Maikundgebung der Klardorfer SPD: Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder übt Kritik an der ...
Für mehr soziale Gerechtigkeit

Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder sprach bei der Klardorfer Maikundgebung. Bild: kga
Lokales
Schwandorf
03.05.2013
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Die Marschroute der diesjährigen Maikundgebung war für die SPD klar vorgegeben: Gemeinsam für "Gute Arbeit - sichere Rente und ein soziales Europa". Gastrednerin Marianne Schieder übte Kritik an der Regierungspolitik. Sie forderte mehr Wertschätzung der Arbeit und eine Neuordnung auf dem Arbeitsmarkt.

"Sozial ist was Arbeit schafft, und von der muss man dann auch leben können", so Schieder. Der Klardorfer SPD-Ortsvorsitzende Andreas Weinmann konnte sich über reges Interesse an der Maikundgebung im Sportheim freuen. Mit dem Stichwort "Leiharbeit" eröffnete er die Kundgebung. Leider sei die Ausgestaltung der Leiharbeit immer noch ein großes Ärgernis und Negativbeispiel hinsichtlich der Gerechtigkeit in der Arbeitswelt. Gleiche Arbeit müsse auch gleich entlohnt werden. Dafür müsse sich die Sozialdemokratie, vor allem auf Bundesebene, weiter einsetzen.

"Schlag ins Gesicht"

Die Rentenerhöhung von 0,25 Prozent zum 1. Juli sei für viele Rentner wie ein Schlag ins Gesicht gewesen. "Das ist nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn man die Inflation betrachtet", so Weinmann. In Wahrheit handle es sich um eine weitere Rentenkürzung, wie übrigens auch bei der Rente mit 67. Auch hier müsse die SPD Akzente setzen.
Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder ging als Gastrednerin auf den Stellenwert der Arbeit ein. Sie forderte die Mitglieder auf, weiter zu kämpfen und gemeinsam am 15. September die Wende in Bayern einzuläuten. Die "Arbeit" sehe die Schwarz/Gelbe Regierung vor allem als Kostenfaktor, den man klein halten müsse. Aber das ist ein falsche Verständnis unserer Marktwirtschaft, die als soziale Marktwirtschaft doch mit dem Versprechen "Wohlstand für alle" angetreten ist, so Schieder.

Es sei auch mangelndes Verständnis für die Würde des Menschen. Arbeit bedeute, am Leben teilzunehmen, sei Selbstbestimmung und Anerkennung. "Seit einigen Jahren erleben wir einen Prozess massiver Entwertung von Arbeit. Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist tief gespalten", so die Bundestagsabgeordnete. Eine weitere Spaltung verlaufe zwischen Männern und Frauen. Bei gleicher Arbeit bestehe hier eine Lohndifferenz von 22 Prozent.

Gesetz notwendig

Dies sei ein gesellschaftlicher Skandal, für den endlich eine gesetzliche Lösung benötigt werde. Erschreckend sei auch, so Schieder, dass in unseren Land fast jeder vierte im Niedriglohnbereich arbeitet. Das heißt, fast sieben Millionen Menschen verdienen weniger als 8,50 Euro in der Stunde.

Rund 1,4 Millionen bekommen nur fünf Euro und müssen am Ende des Monats noch Geld vom Staat beantragen, obwohl sie hart arbeiten. Das sei unwürdig, darum "brauchen wir eine neue Ordnung auf dem Arbeitsmarkt". Und zwar jetzt. Die SPD sage nicht: "Sozial ist was Arbeit schafft", sondern: "Sozial ist, was Arbeit schafft, von der man auch anständig leben kann!"
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