05.02.2004 - 00:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Mann als "Sexualtäter" bezeichnet - Ermittlungen gegen Urheberin Schlimme Flugblätter

Der Vorgang, so sagt Ambergs Polizeisprecher Oswald Ertl, sei sehr ungewöhnlich. Deshalb erforderte er auch sofortiges Einschreiten der Behörden. Sie stellen sich nun vor einen Mann, der auf Flugblättern als Sexualtäter diskriminiert wurde und keineswegs ein Rechtsbrecher ist.

von Autor HOUProfil

In den letzten Tagen fanden Leute aus Dachelhofen, dem Hochrain- und dem Lindenviertel Flugblätter in ihren Briefkästen, deren Inhalt sie stutzen ließ. Auf den Blättern wurde das Konterfei eines Mannes gezeigt und ihm im Text unterstellt, er sei ein "Kinderschänder".

Die Schwandorfer Polizei bekam ein solches Flugblatt in die Hände, sie begann sofort zu ermitteln und gelangte der Urheberin sehr rasch auf die Spur. Es handelte sich um die nahe Verwandte eines Mädchens, das im Jahr 2000 sexuell missbraucht worden sein soll.

Damals recherchierte die Amberger Kriminalpolizei. "Doch sie fand nichts heraus, was einen Missbrauch erwiesen hätte", berichtete gestern der Amberger Direktionssprecher Oswald Ertl. Das seinerzeitige Ermittlungsergebnis wurde der Staatsanwaltschaft vorgelegt, das Verfahren kam anschließend zur Einstellung. Der jetzt in dem Flugblatt diskriminierte Mann sei während der Ermittlungen im Jahr 2000 als Zeuge vernommen worden, ließ Ertl anklingen und unterstrich: "Er war keineswegs Beschuldigter".

Die jetzt in Briefkästen geworfene und wohl auch anderweitig verteilten Flugblätter erfüllen nach Ansicht der Behörden den Tatbestand der Beleidigung und der Verleumdung. "Deshalb wurden gegen die Urheberin Ermittlungen eingeleitet", berichtete PD-Sprecher Ertl und fügte hinzu, die Verteilerin habe unterdessen das Abfassen der Flugblätter eingeräumt.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.