Michael Heuberger liest die Satire von der "Moosgrillia" im Künstlerhaus
Kunz wie ein früher Gerhard Polt

Mike Reisinger (links) und Norbert Vollath sorgen als für die Musik und werden auch über Kunz-Stücke improvisieren. Bild: hfz/Lankes
Lokales
Schwandorf
15.04.2013
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Michael Heuberger liest am Donnerstag im Oberpfälzer Künstlerhaus die Satire von der "Moosgrillia" von Konrad Max Kunz. Im Jahr 1866 mutierte der Komponist und berühmte Sohn der Stadt plötzlich zum Schriftsteller. Zumindest für ein Werk. Mit "Die Stiftung der Moosgau-Sängergenossenschaft ,Moosgrillia'" verfasste er eine bitterböse Satire über die skurrile Gründung eines Sängervereins: Ein Chor wird gegründet und keiner singt.

Kunz hatte die "Moosgrillia" mit reichlich Herzblut geschrieben. Kein Wunder: Sein Spott richtete sich gegen Auswüchse der Männerchorbewegung, zu deren führenden Protagonisten er fast 40 Jahre lang gehörte - und gegen die Musik Richard Wagners, die er vehement ablehnte. Für Kunz dürfte der Text bei allem Spaß, den er offenbar beim Verfassen hatte, auch das Eingeständnis des eigenen Scheiterns gewesen sein. Die hehren philosophischen und politischen Ideale, die er mit dem Männergesang in Verbindung brachte, waren nicht mehr gefragt und einer tumben Vereinsmeierei gewichen. "Das Büchlein ist die Rache des Chorleiters an der Bürgersängerzunft", sagt Thomas Göttinger, künstlerischer Leiter der Kunz-Tage. Der Text lese sich noch heute, als wäre da ein früher Gerhard Polt am Werk gewesen.
Der Regensburger Schauspieler Michael Heuberger wird das mit Pointen gespickte Stück Kulturgeschichte auf seine ganz eigene Art lesen und lebendig werden lassen. Begleitet wird er dabei von den beiden Musikern Norbert Vollath und Michael Reisinger, die auf unterschiedlichen Instrumenten den "Soundtrack" zu dieser Lesung kreieren.

Die Lesung im Künstlerhaus ist eine Veranstaltung im Rahmen der Konrad-Max-Kunz-Tage 2013. Sie beginnt um 20 Uhr. Karten gibt es im Tourismusbüro (09431 45-550) und in der Kunz-Musikakademie (09431 2109230).
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