07.02.2004 - 00:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Neubau von Gerätehäusern auf lange Zeit hinaus nicht mehr möglich - Kein Geld für große ... Auch für die Feuerwehren gilt: "Gürtel enger schnallen"

von Autor HOUProfil

Die Zeiten, in denen Feuerwehrhäuser aufwändig saniert oder gar neu gebaut wurden, sind längerfristig vorbei. "Unsere Kassen geben nichts mehr her", bedauerte Schwandorfers Oberbürgermeister Helmut Hey, als er im Beisein von FFW-Abordnungen aus drei Umlanddörfern dem im Rathaus tagenden Bauausschuss die Wünsche der Floriansjünger präsentierte. Nach der Sitzung gab es eine Reihe von langen Gesichtern.

Ein Raum, kein Haus

Wunsch Nummer eins: In Wiefelsdorf haben die 22 Aktiven ihre Fahrzeugunterstellmöglichkeit verloren. Sie brauchen eine neue. Und kriegen sie auch. Nur: Ein Gerätehaus wird deshalb nicht gebaut. Es würde überschlägig 125000 Euro kosten. Da erscheint ein kleinerer Umbau in einer der Brauerei Plank gehörenden Scheune schon kostengünstiger. Doch immerhin: 20000 Euro sind auch dafür locker zu machen.

"Tun wir", befand der Ausschuss. Allerdings möchte sich die Scheunenbesitzerin Brigitte Plank-Klieber nur auf einen fünfjährigen Mietvertrag festlegen. Doch dafür erscheint die Investition zu teuer. Zehn Jahre sollten es schon sein. Der Oberbürgermeister will deshalb noch einmal mit ihr reden.

Wunsch Nummer zwei: Die Feuerwehr Haselbach platzt mit ihrem Gerätehaus schier aus allen Nähten. Muss ein neues errichtet werden? Ein Grundstück dafür hätte die Stadt zwar ins Auge gefasst, doch vor 2007 oder 2008 ist an ein solches Projekt nicht zu denken.

Dann vielleicht eine Erweiterung an der bisherigen Stelle? Theoretisch ginge dies. Praktisch nicht. Denn der Nachbar hat bereits abgewunken. "Er gibt keinen Quadratmeter her", berichtete Ortssprecher Diermeier dem Ausschuss. Bliebe noch das Problem, wo die Haselbacher Wehrmänner längerfristig ihre Fahne unterstellen können? Momentan befindet sie sich in einem abrissreifen Haus. Würde da keine Lösung gefunden, sähen sich die Floriansjünger gezwungen, wie einer von ihnen nun den Stadträten sagte, "die Fahne ins Rathaus zu bringen". OB Helmut Hey beschwichtigte: "Dafür werden wir einen Platz ausfindig machen". Für die CSU-Fraktion riet Hans Hottner zur gütlichen Einvernahme. "Wir sollten im Frühjahr eine Ortsbesichtigung machen", brachte er in die Diskussion ein. Doch Hottner musste sich entgegen halten lassen: "An der Lage wird das nichts ändern". Sie sei schlicht so, wie beschrieben. Womit die Sache "FFW-Haus Haselbach" zunächst zu den Akten kam. Denn ein Neubau liegt in weiter Ferne. Auch wenn vielleicht von irgendwoher doch noch ein Geldsegen unerwartet auf die Stadt zukäme. "Das", ließ Helmut Hey süffisant erkennen, "müsste dann schon eine Flut sein".

"Es geht nicht mehr"

Wunsch Nummer drei: Die Bubacher Feuerwehr hätte gerne eine etwas bessere Ausstattung ihrer Unterkunft. Der Oberbürgermeister listete auf: Dach neu decken samt Einbau eines Unterrichtsraumes, Fliesen für die Fahrzeughalle, neue Schränke, eine Damentoilette, verschiedene Putzarbeiten.

Ein paar Renovierungen und die Damentoilette wird es geben, den Rest nicht. "So wie in der Vergangenheit geht das nicht mehr", bedauerte OB Hey und verwies auf die Kosten. Sie sind auch dann noch vorhanden, wenn die Feuerwehren selbst mit Hand anlegten. Denn das Material muss allemal bezahlt werden.

Ende der Debatte und die Erkenntnis: Auch die Feuerwehren sind zwangsläufig mit Leidtragende, wenn der Finanzgürtel eng und enger geschnallt werden muss.

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