24.04.2013 - 00:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Prozess gegen Ex-Banker und mutmaßlichen Komplizen wird heute fortgesetzt Akribische Suche geht weiter

von Klaus HöglProfil

Vor der Großen Strafkammer unter Vorsitz der Vizepräsidentin Roswitha Stöber beim Landgericht Amberg wird heute der Prozess gegen einen Ex-Banker aus Schwandorf und einen Finanzvermittler aus Amberg wegen banden- und gewerbsmäßigem Betrugs fortgesetzt. Den beiden Angeklagten wird zum Vorwurf gemacht, in den Jahren 2005 und 2006 einer großen Bank gefälschte Darlehensverträge von wirtschaftlich nicht solventen Immobilienerwerbern untergejubelt zu haben.

Die Verträge sind dem Ex-Banker laut Anklage von dem Amberger Mitangeklagten vermittelt worden. Auch nach sieben Verhandlungstagen ist weiter von einer Schadenssumme von rund 1,4 Millionen Euro die Rede. Nach den bisherigen Einlassungen von Zeugen stand der Schwandorfer Ex-Bänker in der Branche offenbar in dem Ruf, dass von ihm relativ leicht Bankkredite zu haben seien. Umfassende Geständnisse der Angeklagten gab es bislang nicht.

Der Schwandorfer Ex-Banker steht derzeit nach eigenen Angaben noch mit rund 230 000 Euro in der Kreide, basierend offenbar aus Haus- und Immobilienerwerb Ende der 80er Jahre. "Zur Lebensführung, für wirtschaftliche Belange, für Haus und Garten" so sagte der Schwandorfer, habe er die illegal erlangten Provisionszahlungen verwendet. "Ich habe nie auf großem Fuß gelebt, ich war sehr sparsam" ließ er dem Gericht wissen. Andererseits: für einen Gebrauchtwagen habe er schon mal 50 000 Euro hingeblättert. Auch die die Verhältnisse bei der Schwandorfer Filiale der Bank werden durchleuchtet. Ein Wirtschaftsprüfer sagte über die Schadensbewertung aus. Fünf weitere Termine hat die Große Strafkammer vorgesehen.

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