25.03.2004 - 00:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Sandra Marie Santayana stellt ihren ersten Roman in Schwandorf vor Frida und ihre "Beziehungskisten"

Irgendwann klappte sie ihr Buch zu und sagte knapp: "Bis hierhin und nicht weiter". 45 Minuten hatte die Autorin gelesen. Länger nicht. Schade irgendwie. Man hätte das eine oder andere aus ihren "Beziehungskisten" gerne noch erfahren. Wer das allerdings will, muss Sandra Marie Santayanas Erstlingsroman "Frida" kaufen.

von Autor HOUProfil

Santayana. Ein Künstlername. Früher hieß die fesche junge Dame Sandra Fischer. So kennt sie auch ihr ehemaliger Deutschlehrer aus dem Schwandorfer Gymnasium, der sich am Dienstag eigens auf den Weg zur Buchhandlung Stangl&Taubald gemacht hatte, um zu hören, was seine ehemalige und heute 23 Jahre alte Schülerin zu Papier brachte. Nach einer Dreiviertelstunde urteilte der Mann: "Gar nicht übel". Einer Ranicki-Rezension würde "Frida" kaum genügen. Muss ja auch nicht. Wichtig ist, dass dieses Buch der jungen Schwandorferin, die heute auf Ibiza lebt und dort auch der Malerei nachgeht, der guten Unterhaltung dient. Tut es durchaus. Nicht allein nur deswegen, weil der lokale Rahmen der "Beziehungskisten" in Schwandorf angesiedelt ist.

Wenn Sandra Marie Santayana liest, keimt irgendwann die Frage auf: "Könnte es sein, dass sie da etwas aus ihrem eigenen Leben hervor holt und in gewisser Weise Vergangenheitsbewältigung betreibt?" Der Eindruck drängt sich förmlich auf. Wenngleich: Die Dame "Frida", von der erzählt wird, ist ein gutes Stück älter als Sandra Fischer. Sie hat wohl auch eine Menge mehr erlebt.

Den Alkohol und die pralle Lebensfreude, den tiefen Fall und das langsame Aufrappeln. "Wenn man jahrelang den Kopf in den Sand steckt und sich dann plötzlich wieder anschaut, ist das eine schreckliche Erfahrung", hat die junge Autorin geschrieben und diesen Satz "Frida" in den Mund gelegt.

Deutlich wird: "Frida" ist auf der Suche. Nach Geborgenheit. Nach Glück und Ruhe. Die Frau hat Pech gehabt. Mit Lebensgefährten und Beziehungen. "Wie ein tollpatschiger Pinguin" beschreibt sie einen ihrer Galane. Der andere, zu dem nach einem Opernbesuch Nähe aufgebaut wird, tritt "wie ein englischer Lord" in ihr Leben. Was aus ihm wird, hat man nicht mehr erfahren. Wie gesagt: Nach 45 Minuten klappte der Buchdeckel zu.

Noch in dieser Woche reist Sandra Marie Santayana weiter nach Leipzig. Dort liest sie auf der Buchmesse, stellt ihr Erstlingswerk einem breiteren Publikum vor. Man drückt ihr die Daumen für den Erfolg, den sie sucht.

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