Statt Stilllegung ab Januar neue Hauptfachabteilung am Krankenhaus
Geburtshilfe mit Zukunft

Über 500 Babys kommen jährlich im Krankenhaus St. Barbara Schwandorf zur Welt. Bild: hfz
Lokales
Schwandorf
27.06.2014
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Über 500 Babys kommen jährlich im Krankenhaus St. Barbara Schwandorf zur Welt. Bislang wurde die Belegabteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe dort von vier Belegärzten betreut. Die Abteilung stand vor einer ungewissen Zukunft, weil die Schwandorfer Fachärzte seit Jahren keine geeigneten Nachfolger in Sicht hatten. Gemeinsam mit dem Krankenhaus ist nun eine Lösung gefunden.

Als Zentralversorger der Region sehe sich das Krankenhaus St. Barbara in der Pflicht, die Geburtshilfe und die stationäre gynäkologische Versorgung weiter anzubieten und zu erweitern, heißt es in einer Mitteilung der Klinik. Daher werde zum 1. Januar 2015 eine eigene Hauptfachabteilung Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus St. Barbara etabliert. Geschäftsführer Dr. Martin Baumann: "Wir hätten unser Modell gerne wie gehabt mit Belegärzten weiter betrieben, aber die Versorgung ist auf dieser Basis auf Dauer nicht mehr sichergestellt. Daher haben wir uns für die Umwandlung in eine eigene Hauptfachabteilung entschieden." Mit diesem Schritt sichere St. Barbara nicht nur die umfassende gynäkologische Versorgung im Landkreis, sondern auch die Zukunft vieler Mitarbeiter, allen voran der Hebammen.

"Eine gute Lösung"

In den vergangenen Jahren schlossen laut Mitteilung die Krankenhäuser im Landkreis Schwandorf nach und nach ihre Geburtshilfeabteilungen. Zunächst 2004 in Nabburg, dann folgte 2009 die Geburtshilfeabteilung in Burglengenfeld und schließlich 2011 Oberviechtach. Für die Region sei eine stabile, sichere und moderne Geburtshilfestation in Schwandorf deshalb umso wichtiger. Mit den Belegärzten Dr. Bernd Schleicher, Peter Schleicher, Dr. Wolfgang Schneider und Ali Fadel war die Versorgung bisher gesichert. Doch drei der vier Gynäkologen, die aktuell Belegbetten am Krankenhaus St. Barbara hätten, gingen in absehbarer Zeit in den Ruhestand. Gemeinsam mit den Verantwortlichen am Krankenhaus St. Barbara sei nun eine gute Lösung erarbeitet worden, um die Gynäkologie und Geburtshilfe im Landkreis Schwandorf aufrechtzuerhalten.

Ab Januar 2015 werde ein Team aus hochqualifizierten Ärzten die Geburtshilfe sowie die stationäre gynäkologische Versorgung in der neuen Hauptfachabteilung übernehmen. Der Übergang erfolge nahtlos. Neben den Funktionen eines Chefarztes und dreier Oberärzte werde eine Reihe von Assistenzärzten in der Abteilung arbeiten. Die enge Zusammenarbeit mit den vier bisherigen Belegärzten bleibe auch nach Auflösung der Belegabteilung bestehen. Chefarzt Dr. Detlef Schoenen ist überzeugt: "Diese Entscheidung war richtig und notwendig, um die medizinische Versorgung vor Ort zu behalten. Einzige Alternative wäre die Stilllegung der Geburtshilfe, und das ist für uns sicher keine Option."
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