23.08.2011 - 00:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Unterwegs zu Plastiken des Künstlers Peter Mayer - Vielfach etwas verspielte Arbeiten: Kunstspaziergang durch die Große Kreisstadt

In seiner Heimatstadt ist Peter Mayer künstlerisch omnipräsent. Kein Kind, kein Erwachsener, der nicht mindestens eines seiner oft märchenhaften Werke benennen kann - etwa die "Jungfrau auf dem Drachen" an der Naabuferstraße, den "Reiter mit Stiefel" am Kolpingplatz oder den "Neptun" an der Ettmannsdorfer Naabbrücke.

von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Künstler Peter Mayer war ein bodenständiger Mann. Fast bis zu seinem Tod im Jahr 2009 stand er - obwohl schon längst im "Rentenalter" - von früh bis Abend in seinem großen Atelier an der Glätzlstraße in Schwandorf und arbeitete als Bildhauer. "Was soll ich machen? Ich habe kein anderes Hobby", sagte er einmal mit gespielter Verzweiflung.

Unaufdringlich, verspielt

So unaufdringlich sich seine mal mehr, mal weniger, in einigen Zügen auch oft etwas verspielten Arbeiten in das Stadtbild als öffentlichen Raum einfügen, so angenehm leise war das Auftreten dieses Mannes, der 70 Jahre alt werden sollte.

1938 kam der Künstler in Schwandorf zur Welt und blieb seiner Heimatstadt immer treu. Er besuchte die Landshuter Fachschule für Keramik, studierte von 1958 bis 1964 an der Münchner Akademie der Bildenden Künste, machte sein Diplom. Lange zuvor schon hatte es erste Ausstellungen mit seiner Kunst gegeben. Sie führten Peter Mayer im Lauf der Zeit weit herum. Nach Miami Beach (USA) etwa und Amsterdam, nach Baden-Baden, Zürich und ins französische Libourne.

Auf Schritt und Tritt

Wer heute durch Schwandorf geht, begegnet Peter Mayer auf Schritt und Tritt. Der Brunnen vor dem Landratsamt, die Rose am ehemaligen Elisabethenheim, ein heiliger Florian an der Feuerwache, die Medaillen zu den Bürgerfesten. In seiner Heimatstadt, die Peter Mayer mit der Bürgermedaille auszeichnete, hat er sich im wahrsten Sinn des Wortes Denkmäler gesetzt.

Eine Stadtführung auf den Spuren Peter Mayers könnte zum Beispiel von der St.-Paul-Kirche auf dem Weinberg herunter zur Kirche St. Jakob führen und von dort aus vorbei am Glockenspiel und zur Naabuferstraße mit der "Jungfrau auf dem Drachen". An der Ampel unter der Schwanensäule müsste man warten und dann Richtung Fronberg weitergehen, wo bei der Sparkasse der Wolpertinger-Brunnen sprudelt oder ein paar Meter entfernt der Brunnen im Park der Kebbel-Villa.

Im Zimmer des OB

Aber auch ganz andere Routen ließen sich denken, die über die Oberpfalzhalle führen, wo sich Mayer vielfältig verewigt hat, am Gymnasium vorbei, wo es etwas zu sehen gibt, bis zur Hauptstelle der Schwandorfer Sparkasse mit ihrem wuchtigen Edelstahl-Kunstwerk vor der Tür, auch das ein Mayer-Werk. Und selbst damit hat man dann doch nur die Hälfte der Kunstwerke gesehen, die Mayer im ganzen Stadtgebiet aufgestellt hat.
Auch in öffentlichen Gebäuden stößt man immer wieder auf einen "Mayer". So stammen die großen Wandkacheln und die bunten, wuchernden Säulen in der Eingangshalle des Landratsamtes von ihm, um nur einen Ort zu nennen, der täglich von vielen Menschen frequentiert wird.

Im wichtigsten Büros der Stadt, dem des Oberbürgermeisters, steht ebenfalls eine Mayer-Skulptur. "Der hintergründige Humor", der die persönliche Freundschaft zwischen Helmut Hey und dem Bildhauer begleitete, hat dem heutigen Oberbürgermeister der Stadt das "Sternenmädchen mit Eule" im Amtszimmer als Privatbesitz beschert.

"Sie möge dir etwas von der Weisheit der Eulen geben", hat der Künstler den Umzug dieser Arbeit aus seinem Atelier ins Rathaus damals kommentiert.

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