05.02.2004 - 00:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Veranstalter verzichtet - "Tote Hosen" in Nürnberg und Schwandorf geht nicht Schwandorf ist aus dem Rennen

von Autor HOUProfil

Aus der Traum: Den "Segen" der Stadt Schwandorf hatte es zwar längst gegeben, doch dann stellten sich Umstände ein, die es dem Burglengenfelder Veranstaltungsbüro "power concerts" unmöglich erscheinen lassen, am zweiten Juni-Wochenende dieses Jahres ein dreitägiges Rockfestival rings um das Sepp-Simon-Stadion und in der Oberpfalzhalle auf die Beine zu stellen.

"Wir machen es nicht", sagt Arthur Theisinger von "power concerts". Bei ihm, der in den zurück liegenden Jahren eine Vielzahl von großen Open-Air-Konzerten an führender Stelle ausrichtete, schwingt eine gewisse Enttäuschung mit. Denn das Gelände am Schwandorfer Sepp-Simon-Stadion samt der angrenzenden Oberpfalzhalle eignet sich nach Theisingers Überzeugung "wirklich gut für ein Festival".

Was Theisinger in Schwandorf plante, war das "Berlinova-Festival". Es findet heuer an zwei verschiedenen Orten im Bundesgebiet statt. Das brandenburgische Luckau stand bereits von vornherein fest, der zweite Ort sollte möglichst weit weg davon entfernt sein. Schwandorf wurde von "power concerts" ins Auge gefasst, für den Hockenheimring als weiteren möglichen Veranstaltungsort für "Berlinova" interessierte sich ein anderes Konzertbüro. Damit war eine gewisse Konkurrenz hergestellt.

Von dieser Konkurrenzsituation hatte Arthur Theisinger bereits gesprochen, als er vor mehreren Monaten bei einer Ausschusssitzung des Schwandorfer Stadtrates seine Vorstellungen darlegte. Der Ausschuss samt Oberbürgermeister Helmut Hey zeigte sich nicht abgeneigt und bestärkte Theisinger durch positive Äußerungen in seiner weiteren Arbeit, das Festival hier in der Oberpfalz auf die Bühne zu bringen.

Dann aber ergab sich etwas, mit dem nicht zu rechnen war. Als so genannte Headliner-Band waren "Die Toten Hosen" für das "Berlinova"-Festival ins Auge gefasst. Eine mit Kultstatus versehene Gruppe, die allerdings in diesem Jahr auch beim Nürnberger "Rock im Park"-Festival spielen wird. Genau da aber lag der Knackpunkt.

Denn "Rock im Park" wurde plötzlich verlegt und kam mit dem Termin äußerst nahe an die vorgesehenen Veranstaltungstage 11., 12. und 13. Juni in Schwandorf heran. Sich auf seine langjährige Erfahrung im Festivalgeschäft stützend, wurde Arthur Theisinger sofort klar: "Diese Rechnung geht nicht auf". Wer wegen der "Toten Hosen" nach Nürnberg fährt und dort einiges für das Ticket auf den Tisch legt, wird dies kurze Zeit darauf nicht erneut in Schwandorf tun.

Also kein "Berlinova"-Open-Air. Man werde es im nächsten Jahr abermals versuchen, hat Arthur Theisinger gestern gesagt. Vielleicht klappt's ja dann mit "Berlinova" und vor allem mit den "Toten Hosen". Das würde ihn freuen, unterstrich Oberbürgermeister Helmut Hey. Er ist unterdessen von der Absage unterrichtet worden.

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