22.08.2014 - 00:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

"Voltgrün" beginnt heuer mit Vorarbeiten für die Windräder an der A 6 bei Deindorf und in ... Bereits im nächsten Jahr am Netz

Bei "Voltgrün" ist alles im grünen Bereich: Nach der Anlage bei Penting (Stadt Neunburg vorm Wald) hat das Landratsamt wie erwartet auch die beiden Windräder bei Deindorf (Markt Wernberg-Köblitz) in Nähe des Autobahnrastplatzes "Wittschauer Höhe" genehmigt. Laut "Voltgrün"-Geschäftsführer Toni Frank werden sie "im nächsten Jahr ans Netz gehen". Es sind die ersten Windräder im Landkreis.

In Deindorf bei Wernberg-Köblitz baut "Voltgrün" aus Regensburg zwei Windräder des Typs Nordex N 117 mit 2,4 Megawatt Leistung, 140 Meter Naben- und 199 Meter Gesamthöhe. Bild: hfz
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Im Juli gab das Landratsamt grünes Licht für die Anlage in Penting, nun sind auch die beiden Windräder bei Deindorf in trockenen Tüchern. Noch am Anfang ist "Voltgrün" hingegen in Pischdorf (Gemeinde Guteneck), wo erst der Bebauungsplan und Flächennutzungsplan darauf ausgerichtet werden.

Auf einer Vorrangfläche

In Wernberg-Köblitz konnte Toni Frank seiner Sache ziemlich sicher sein. Kreistag und Kommune standen hinter dem als Vorrangfläche für Windkraft ausgewiesenem Standort. Laut Toni Frank will "Voltgrün" noch heuer mit den Rodungsarbeiten beginnen. Ende Herbst ist der Wegebau angepeilt, der für die Anlieferung der Anlagenteile erforderlich ist. Die Eingriffe halten sich in Grenzen, können doch vorhandene Feld- und Waldwege verstärkt und genutzt werden.

Nach dem Erdbau folgen im zweiten und dritten Quartal 2015 der Bau der Fundamente und der Anlage. Im Herbst 2015 will "Voltgrün" am Netz sein. Da der Raum Deindorf nicht gerade ein Starkwindgebiet ist, setzt Frank auf die klassische Schwachwindanlage: "Typ Nordex N 117 mit jeweils 2,4 Megawatt Leistung. Nabenhöhe 140 Meter, Gesamthöhe 199 Meter", so Toni Frank. Die beiden Windräder an der A 6 werden zehn Millionen Euro kosten. Ob der Plan einer Bürgerbeteiligung aufgeht, muss sich noch zeigen, so Frank.

In der letzten Sitzung des Wernberg-Köblitzer Marktrates wurde auch die Planung der Max-Bögl GmbH aus Sengental vorgestellt, ebenfalls bei der Rastanlage "Wittschauer Höhe". Allerdings befindet sich Bögls Windrad nicht mehr in der ausgewiesenen Vorrangfläche, sondern raumordnerisch gesehen in der "weißen Fläche". Bögls Planvorlage ist noch nicht ganz vollständig, so der Sachgebietsleiter am Landratsamt, Karl-Heinz Kagermeier. Es geht noch um möglichen Eisabwurf und eine entsprechende Abschaltautomatik. Bei dem, was bisher an Planunterlagen vorliege, sei jedoch kein Ausschlussgrund erkennbar.

Kurz davor

Standortwechsel: Fünf Windräder plant die Dr. Christian Deglmann Windpark Management GmbH bei Pamsendorf (Stadt Pfreimd). Wenn die noch fehlenden Unterlagen beigebracht sind, ist schätzungsweise mit einer Genehmigung Ende September, Anfang Oktober zu rechnen. Wie berichtet, wartet das Landratsamt noch auf die Sichtbarkeitsanalyse des Landesamtes für Denkmalpflege, in der aufgezeigt wird, ob der Windpark die Sichtachse zu Baudenkmälern beeinträchtigt. Auch eine erweiterte naturschutzrechtliche Stellungnahme steht noch aus.

Kagermeier richtet den Blick auf Seehofers "10H-Regelung". Wenn sie greift, ist damit ein neuer Mindestabstand von Windrädern zur Wohnbebauung von 2000 Metern vorgesehen. Derzeit hat sich die Genehmigungsbehörde aber an die geltende Gesetzeslage mit geringeren Abständen zu halten. An ihr können sich Antragsteller orientieren, die vor dem Tag der Bekanntmachung, dem 4. Februar 2014, ihre Unterlagen vollständig eingereicht haben. Kagermeier hat nun auch von einem möglichen Stichtag im November gehört. Wie dem auch sei, aus der Nachbarkommune Gleiritsch ist bei einer Genehmigung eine Klage zu erwarten. (Hintergrund)

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