04.12.2017 - 19:18 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Abstimmung über Bürgerhaushalt Schwammerling statt Kunstrasen

149 Stimmen für einen Kunstrasenplatz: Der Sieger-Vorschlag für den Bürgerhaushalt steht mit großem Vorsprung eindeutig fest. Verwirklicht wird er trotzdem nicht. Der Hauptausschuss hat dafür gute Gründe.

Der ASV Burglengenfeld hat den einzigen Kunstrasenplatz im Landkreis. Ein Platz für Schwandorf fand den meisten Zuspruch bei der Abstimmung zum Bürgerhaushalt. Offenbar herrschte aber Unklarheit darüber, welche Größe der Platz haben soll. Archivbild: Hirsch
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

"Steine statt Brot", so formulierte es SPD-Sprecher Franz Schindler. Ist denn ein Mini-Kunstrasenfeld mit 13 mal 20 Meter wirklich das, was sich die Sportler wünschen, die im Bürgerhaushalt-Verfahren dafür gestimmt haben, fragte er am Montag im Hauptausschuss. Ist es wohl nicht, wie der Vorsitzende des Stadtverbands für Sport, Thomas Fink, berichtete. Ein Minifeld sei weder für Training noch für Spiele zu gebrauchen. Und auch Kurt Mieschala (UW) bestätigte das. Die Fußballer des FC Schwandorf und des SC Ettmannsdorf hätten bei der Abstimmung mit einem großen Feld gerechnet. Die Sportler weichen nach seinen Worten momentan auf große Kunstrasenplätze nach Burglengenfeld oder in den Raum Regensburg aus, die pro Stunde zwischen 150 und 250 Euro kosten.

Ein reguläres Spielfeld würde aber, so Finks Aussagen, mindestens das Fünffache der 100 000 Euro kosten, die zur Verfügung stehen. Dieter Jäger (FW) sagte, dass die 159 Stimmen ein deutliches Signal an die Stadt seien, das Projekt ins Auge zu fassen.

692 Stimmen abgegeben

Der Ausschuss war am Montag in den Konrad-Max-Kunz-Saal umgezogen, weil die Verwaltung mit großer Zuschauer-Resonanz gerechnet hatte, wie Oberbürgermeister Andreas Feller sagte. Eine gute Handvoll Schwandorfer kam. Aber immerhin 692 hatten ihre Stimme für einen der 34 Vorschläge abgegeben, die das Rathaus nach Prüfung zur Abstimmung gestellt hatte. Das Procedere hatte Hauptamtsleiter Lothar Mulzer noch einmal vorgestellt.

Andreas Wopperer (CSU) hatte sich für seine Fraktion zunächst dafür ausgesprochen, streng nach der Reihenfolge der Abstimmungsergebnisse zu handeln. Die Zweifel am Sinn eines Mini-Kunstrasenplatzes ließ die CSU auf die Linie der weiteren Fraktionen einbiegen. Die lautet: Beleuchtung des Pendlerparkplatzes in Klardorf (30 Stimmen; 30 000 Euro), begrünte Ruhezonen am oberen Marktplatz (29 Stimmen, 10 000 Euro), Parkplätze an der Aussiger Straße (29 Stimmen, 10 000 Euro), Sanierung des Aussichtspunkts am Schwammerling (27 Stimmen, 25 000 Euro). Auf 54 Stimmen brachte es die Aufstellung von Hundekotbeutel-Spendern. Die waren schon einige Male Thema in den Gremien, nun soll der Versuch gestartet werden. Zwölf Stück sollen es sein, das kostet rund 5000 Euro. Macht zusammen 80 000 Euro. "Weil alles sowieso teurer wird, lassen wir es dabei", sagte Kurt Mieschala, und der Ausschuss stimmte zu. Er hatte gefordert, dann auch die Treppe zum Schwammerling im Blick zu behalten. Die zweitmeisten Stimmen (59) hatte die Forderung erhalten, das Hallenbad Dachelhofen um einen Warm-Badebereich zu ergänzen. Das hätte das Budget deutlich überschritten.

Einige Warm-Badetage

Dem Wunsch soll nun so weit entsprochen werden, dass an besonderen Tagen - etwa bei Wellness-Angeboten - das Wasser auf über 30 Grad aufgeheizt wird. So lange noch nicht über ein mögliches Ganzjahresbad entschieden sei, sei eine Investition in Dachelhofen nicht sinnvoll, sagte Dieter Jäger (FW).

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