Anlieferung bei ZMS nur in Gemischen zulässig
Dämmplatten sorgen für Probleme

Politik
Schwandorf
16.12.2016
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Der Zweckverband Müllverwertung Schwandorf (ZMS) plant auch im kommenden Jahr mit einem Entsorgungsentgelt von 115 Euro je Tonne Hausmüll. Diese Kosten fallen für die Mitgliedskommunen an, die ihren Abfall über das Schwandorfer Müllkraftwerk entsorgen. In diesem Jahr waren das etwa 296 000 Tonnen. Dazu kommt der Gewerbemüll, so dass beim ZMS insgesamt etwa 459 000 Tonnen angeliefert wurden. Die Zahlen wurden in der Verbandsversammlung am Mittwoch vorgelegt.

Die Entsorgungssituation im Verbandsgebiet sei auch in diesem Jahr angespannt gewesen, sagte der Verbandsvorsitzende, Schwandorfs Landrat Thomas Ebeling. Dafür sorgte vor allem der Müll aus Gewerbe und Industrie. Der Durchsatz im Müllkraftwerk wird deshalb nicht die geplanten 435 000, sondern etwa 449 000 Tonnen betragen. Der Überschuss wird entweder verpackt oder an andere Entsorger abgegeben. Finanziell lief das Jahr 2016 wie erwartet. Der ZMS rechnet laut Kämmerer Markus Decker mit einem Jahrsüberschuss von etwa 1,9 Millionen Euro. Nach rund fünf Jahren Planung und Umbau ist die neue Leittechnik am Kraftwerk installiert. Für "erhebliche Schwierigkeiten", so Ebeling, habe in den vergangenen Wochen die Entsorgung von Dämmstoffen gesorgt, die mit dem Flammschutzmittel HBCD behandelt sind. Das sind unter anderem Styropor- und Polystyrol-Abfälle, die im Wesentlichen beim Rückbau von Gebäuden anfallen. Diese Abfälle wurden bislang als "gemischter brennbarer Baustellenabfall" in Müllkraftwerken entsorgt.

Nach einer Änderung von EU-Vorschriften wurden diese Abfälle von einigen Bundesländern als "gefährlich" eingestuft. Sie durften deshalb aus rechtlichen Gründen in vielen Müllkraftwerken - auch in Schwandorf - nicht mehr angenommen werden. Daraufhin explodierten die Entsorgungspreise. Mittlerweile, so Ebeling, seien fast alle Bundesländer zurückgerudert. Stoffgemische, die bis zu einem halben Kubikmeter des Materials je Tonne enthalten, gelten nicht mehr als "gefährlich" und dürfen angenommen werden. Die Entsorgung von großen Mengen der Dämmstoffe bereite aber immer noch Probleme.

Die Verbandsversammlung genehmigte auch den Haushalt des ZMS für das kommende Jahr. Der Verband will knapp 25 Millionen Euro in das Kraftwerk und die weiteren Anlagen investieren.
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