18.12.2017 - 18:30 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Deutsch-tschechisches Polizei-Zentrum besteht seit zehn Jahren Garant für Grenz-Sicherheit

Das bayerisch-tschechische Grenzgebiet ist nach der Grenzöffnung vor zehn Jahren sicherer geworden. Einen hohen Anteil daran habe das Gemeinsame Zentrum der deutsch-tschechischen Polizei- und Zollzusammenarbeit (GZ). Davon gab sich der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag anlässlich des zehnjährigen Bestehens des GZ in Schwandorf überzeugt.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, der tschechische Innen-Staatssekretär Jirí Novácek und der tschechische Polizeipräsident, Tomás Tuhý (von links) lobten die gute Zusammenarbeit im GZ Schwandorf. Bild: Hösamer
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Herrmann belegte seine Einschätzung mit Zahlen: 2007 waren noch rund 40 000 Delikte registriert worden, 2016 waren es 34 000. Der Zugewinn an Freiheit für die tschechischen Nachbarn habe eben nicht, wie von manchem befürchtet, zu einen Verlust an Sicherheit geführt, sagte der Minister. Im Gemeinsamen Zentrum Schwandorf-Petrovice werden im Jahr von rund 100 Beamten der Bundespolizei, der Polizei Bayern und Sachsen, der tschechischen Polizei und des Zolls beider Staaten etwa 14 000 Vorgänge bearbeitet.

Das Lob für die gute Zusammenarbeit im GZ teilte der tschechische Innen-Staatssekretär Jirí Novácek. Das Zentrum habe sich unter großer Belastung bewährt. Der inzwischen geschlossene Vertrag zur Polizeizusammenarbeit mit der Bundesrepublik werde zum Muster für einen Kontrakt werden, den die Tschechische Republik mit Polen schließen will. Der Polizeivertrag erlaubt es den Beamten, flüchtende Täter nicht nur in Grenznähe, sondern im gesamten Staatsgebiet des Nachbarlandes zu verfolgen.

Novácek sagte, er sei gespannt, welches Ergebnis die Verhandlungen in Brüssel zum europäischen Asyl-System bringen werden. Herrmann hatte darauf verwiesen, dass die illegale Einreise an der Grenze zu Tschechien kaum ein Problem darstelle, auch dank der Arbeit des Gemeinsamen Zentrums.

Das gemeinsame Zentrum der Behörden hatte kurz vor dem Wegfall der Grenzkontrollen zwischen Tschechien und Deutschland im Jahr 2007 seine Arbeit aufgenommen. "Wenn es Schwandorf nicht gäbe, müsste man es erfinden," sagte der Vizepräsident der Bundespolizei, Jürgen Schubert. Das Zentrum habe seit zehn Jahren eine Vorreiterrolle inne, sei europaweit hervorragend vernetzt und könne so bei der Bekämpfung auch der Schleuserkriminalität wertvolle Dienste leisten.

Der Polizeipräsident der tschechischen Republik, Tomás Tuhý, verwies auf den hervorragende Informationsfluss zwischen den Behörden. Dem Chef des Bundespolizei-Kontingents auf dem Weinberg, Erstem Polizeihauptkommissar Markus Leitl (Amberg) verlieh er stellvertretend für die Kollegen die Ehrenmedaille der tschechischen Polizei.

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