24.08.2017 - 20:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Die Listenkandidaten aus dem Landkreis Schwandorf Sehnsuchtsziel Berlin

Über 500 Menschen aus Bayern möchten heuer über die Parteilisten in den Deutschen Bundestag gewählt werden. Würde es jeder von ihnen schaffen, wäre das Hohe Haus schon fast voll, und alle anderen müssten daheim bleiben. Es treten auch ein paar Zweitstimmenkandidaten aus dem Landkreis Schwandorf an. Von ihnen besitzt aber nur eine Bewerberin die reelle Chance, (wieder) nach Berlin zu kommen.

Im Reichstagsgebäude im Herzen Berlins tagt der Deutsche Bundestag. Fünf Personen aus dem Landkreis Schwandorf möchten dort mitregieren, aber ihre Chancen stehen überwiegend nicht gut, tatsächlich das politische Ticket in die Bundeshauptstadt zu lösen. Bilder: exb (6)
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Auch wenn am 24. September auf dem Wahlzettel pro Partei nur fünf Namen für die Zweitstimmen auftauchen, so hat trotzdem (fast) jede der 21 Parteien, die sich in Bayern um Zweitstimmen bewerben, mehr Kandidaten als nur fünf gefunden, die mit ihrem Namen für ihre Politik einstehen.

Die CSU

Ganz viele scharen sich naturgemäß um den weißblauen CSU-Spitzenkandidaten Joachim Hermann, der nach sich noch 73 Gefolgsleute auf der Liste zählen kann. Ganz wenige kann hingegen die NPD aufbieten; es sind insgesamt nur vier Namen verzeichnet. Die unbekannte Partei für Gesundheitsforschung bringt es zumindest auf fünf.

Die CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag umfasst derzeit 56 Abgeordnete, unter ihnen Karl Holmeier , der am 10. September seinen 61. Geburtstag feiern kann. Der Parlamentarier aus dem Landkreis Cham befindet sich jedoch nicht auf der Landesliste seiner Partei. Denn er ist ein erfolgsgewöhnter Einzelbewerber (Erstimmenkandidat) der Christsozialen im Wahlkreis Schwandorf, und seine Parteifreunde gehen davon aus, dass er den Weg nach Berlin auch diesmal alleine finden wird.

Es gibt aber noch einen Berufsschullehrer aus Neunburg vorm Wald, der gerne in Berlin mitregieren würde. Es ist Alexander Trinkmann , Jahrgang 1983, den die CSU-Delegierten auf den Listenplatz 60 gesetzt haben. Das klingt wie "knapp vorbei", aber wer weiß. . .

Die SPD

22 Frauen und Männern zählt die Bayern-SPD in der aktuellen, 18. Legislaturperiode. Sie bilden die SPD-Landesgruppe im Deutschen Bundestag. Eine Landesgruppe ist der Zusammenschluss von Abgeordneten eines Bundeslandes; jede große politische Fraktion hat im Bundestag ihre eigenen Landesgruppen.

Mit 52 Listenkandidaten geht die bayerische SPD diesmal in den Wahlkampf, unter ihnen die Juristin Marianne Schieder (55) aus Wernberg-Köblitz. Sie spielt in Berlin bereits eine Rolle - seit 2005 ist Schieder Abgeordnete des Bundestags. Für die bevorstehende Wahl wurde sie von den Genossen auf den bayerischen Listenplatz sechs gehoben, was eigentlich ein sicherer Ausgangspunkt für die Wiederwahl sein sollte; überdies ist Marianne Schieder noch die Einzelbewerberin ihrer Partei für den Wahlkreis Schwandorf, der die Landkreise Schwandorf und Cham umfasst. Neben der Wernberg-Köblitzerin versucht noch ein SPD-Mann aus Maxhütte-Haidhof sein Glück. Es ist Franz Brunner , der vom Listenplatz 48 aus startet. Auch wenn Brunner im Landkreis Schwandorf recht bekannt ist, etwa als Präsident des Oberpfälzer Schützenbundes mit Sitz in Pfreimd, so wird sich der 63-Jährige doch keine ernsthaften Chancen ausrechnen dürfen, im nächsten Parlament dabei zu sein.

Die Grünen

Seit der Bundestagswahl 2013 stellen die bayerischen Grünen 9 der insgesamt 63 Grünen-Abgeordneten in Berlin. Es müsste also schon ein Wunder passieren, dass die Wackersdorferin Tina Winklmann (37) ein Ticket für die Bundeshauptstadt lösen kann. Die Verfahrensmechanikerin steht nämlich erst auf Platz 24 der bayerischen Grünen-Liste, die insgesamt beachtliche 51 Namen aufzählt. Aber alles jenseits von Listenplatz neun ist illusorisch, auch wenn Winklmann im Wahlkreis Schwandorf auch noch als Einzelbewerberin von Bündnis 90/Die Grünen auftritt. Vielleicht, aber nur vielleicht, hat der Regensburger Stefan Schmidt eine Chance, von Platz zehn aus den Sprung zu schaffen.

Die Freien Wähler

Es gibt schließlich noch einen Zweitstimmenkandidaten aus dem Landkreis Schwandorf, der keiner der großen Parteien angehört. Es ist Tobias Gotthardt (Jahrgang 1977), der aus Regensburg stammt und in Burglengenfeld wohnt. Sein Herz schlägt für die Freien Wähler, die ihn auf Platz 25 der Landesliste gesetzt haben. Er hat schon viele Jahre Parlamentsluft geschnuppert, wenn auch nicht als Abgeordneter. Denn Gotthard ist von Beruf Parlamentarischer Referent und Büroleiter des Europaabgeordneten Arne Gericke in Brüssel. Ob er in den einstigen Reichstag einziehen wird? Wohl eher nicht.

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