28.02.2018 - 20:00 Uhr
Schwandorf

Diskussion um Ausstattung von Fuerwehrfahrzeug Nach dem Ringen bleibt Skepsis

Der Haussegen zwischen Stadtfeuerwehr und Rathaus hängt schief. Auch wenn Oberbürgermeister Andreas Feller dem Begriff "Streit" widerspricht und von einem "Ringen um die beste Ausstattung" redet. Knackpunkt ist die Ausrüstung eines Wechselladerfahrzeugs.

Die Einfahrtshöhe der Garagen der Feuerwache Schwandorf beträgt 3,63 Meter. Zu niedrig für ein Allrad-Wechselladerfahrzeug samt aufgeladenem Container, stellt die Verwaltung fest. Ein Umbau des Gerätehauses wegen eines neuen Fahrzeuges scheidet laut Oberbürgermeister Feller aus.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Auf den ersten Blick schien alles klar: Stadtbrandinspektor Helmut Mösbauer und Stadtbrandmeister Klaus Brunner legten im Hauptausschuss ein Konzept für Wechsellader vor, die in die Jahre gekommene Fahrzeuge ersetzen sollen. Auf die Trägerfahrzeuge können Abrollbehälter für verschiedene Verwendungen geladen werden. Die Lkw sind mit Haken ausgestattet, die die Container auf das Fahrgestell ziehen.

Um die Ausstattung der Träger-Lkw hat sich nun eine Auseinandersetzung und ein Schriftverkehr entsponnen, die Stadträtin Sandra Gierl (SPD) im Hauptaussschuss öffentlich machte (wir berichteten) und sich von Andreas Wopperer (CSU) den Vorwurf anhören musste, sie wolle nur "Krawall veranstalten". Das Gegenteil sei der Fall, hatte Gierl geantwortet: Ihr sei wichtig, dass zwischen Rathaus und Ehrenamtlichen ein gutes Klima herrsche.

OB Andreas Feller will auch nichts von einem Streit wissen. Er spricht von einem "Ringen um die bestmögliche Ausstattung". Die Feuerwehr habe Wünsche, das sei klar. "Wir beschaffen, was vernünftig ist", sagte er im Hauptausschuss und wiederholte dies bei einem Pressetermin am Dienstag, bei dem er das Beschaffungsprogramm des Rathauses darlegte. Die Schwandorfer Feuerwehr hätte bei dem Trägerfahrzeug auf einen Allradantrieb gesetzt. Einerseits wegen der Wattiefe, wie Mösbauer den Oberpfalz-Medien erläuterte, andererseits wegen der Sicherheit bei schlechten Straßen- oder Geländeverhältnissen.

Tore zu niedrig

Für die Verwaltung der Knackpunkt: Die Torhöhen an der Feuerwache von 3,63 Meter. Zwischen Fahrzeug mit Container und Tor müssen 20 cm Luft bleiben, bleibt eine Fahrzeughöhe von 3,43 Metern. Ein Allradfahrzeug samt Abrollbehälter sei regelmäßig höher. Ein Umbau des Feuerwehrhauses scheide aus, sagte OB Feller beim Pressetermin. Das wäre technisch schwierig und außerdem ein "Millionenprojekt", das der Haushalt nicht hergebe. "Ich kann nicht ein Haus umbauen, wenn ich mir ein neues Auto kaufe", fügte der OB an. 20 000 Euro sind in diesem Jahr für ein Gutachten vorgesehen, das Klarheit über den baulichen Zustand der Feuerwache bringen soll. Eventuell nötige Maßnahmen seien aber dann eine Sache des Unterhalts, sagte Feller. Allein für dieses Jahr seien 1,2 Millionen Euro für die Feuerwehr-Ausstattung vorgesehen, da seien neue Anzüge, Unterhalt und weiteres Material noch gar nicht eingerechnet.

Die Verwaltung setzt beim Trägerfahrzeug nun auf ein Straßenfahrgestell, das niedriger ist. Es soll mit einem zusätzlichen hydrostatischen Antrieb für die Vorderachse ausgestattet sein - eine Art zuschaltbarer Allrad für niedrige Geschwindigkeiten. Diese Technik habe sich bei Erdbau-Unternehmen bewährt, sagte Feller. Auch einen Kranaufbau - hinter dem Lkw-Führerhaus angebracht - wird es nicht geben. Hier stünden beim Bauhof zwei und beim THW ein Kran für Einsatzzwecke zur Verfügung, sagte Feller.

Für "zweite Welle"

Das Argument der Fahrzeughöhe kennt Mösbauer natürlich, er lässt es aber nicht unbedingt gelten. Die Trägerfahrzeuge sind für die "zweite Welle" gedacht, wenn spezielles Material am Einsatzort gebraucht wird. Da bleibe genug Zeit, den Container aufzuladen. Für Mösbauer ist die Angelegenheit nunmehr dennoch erledigt. "Die Entscheidung im Rathaus ist ja gefallen. Damit müssen wir leben". Ob es die sinnvollste sei, da bleibt Mösbauer skeptisch.

Das Trägerfahrzeug soll kommende Woche ausgeschrieben werden. Ein weiteres ist im Beschaffungsplan der Stadt für 2020 vorgesehen. Vielleicht klappt's ja denn mit einem Allradfahrgestell.

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