25.09.2017 - 20:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Einziger roter Fleck in einem tiefschwarzen Wahlkreis Stadlern als gallisches Dorf

Man fühlt sich unweigerlich an einen Asterix-Comic erinnert: Der gesamte Wahlkreis Schwandorf ist schwarz eingefärbt, nur im Norden leuchtet gleichsam dem Dorf der Unbeugsamen im von Rom besetzten Gallien ein roter Fleck auf: Als einzige Kommune im CSU-dominierten Wahlkreis 234, der die beiden Landkreise Schwandorf und Cham umfasst, erzielte die SPD bei der Bundestagswahl am Sonntag in Stadlern die Mehrheit bei den Zweitstimmen.

von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Die kleine Gemeinde an der Grenze zur tschechischen Republik ist schon lange eine Hochburg der Sozialdemokraten. Auch SPD-Direktkandidatin Marianne Schieder fuhr am Sonntag dort mit 47,78 Prozent eines ihrer besten Ergebnisse ein. Besser war sie nur noch in ihrem Heimatort Wernberg-Köblitz (47,83) und in Trausnitz (52,02). Mit dem Resultat aus Stadlern lag Schieder noch deutlich über ihrer Partei, die dort 33,58 - und damit das beste Resultat im Landkreis Schwandorf - erreichte. So stark die SPD traditionell in Stadlern abschneidet, so schwach ist dort die CSU: Sowohl Karl Holmeier (32,96 Prozent) als auch die Partei (25,46 Prozent) holten dort das schlechteste Ergebnis im Landkreis Schwandorf. Allerdings: Die AfD, die im gesamten Landkreis zweistellige Resultate erreichte, bekam dort mit 23,25 Prozent ebenfalls den höchsten Zuspruch und lag in der Summe nur um sechs Stimmen hinter der zweitplatzierten CSU.

Was Stadlern für die SPD ist, ist Neukirchen-Balbini für die CSU: 62,66 Prozent der Erststimmen und 57,08 Prozent der Zweitstimmen bedeuten jeweils den höchsten Wert im Landkreis. Damit einher geht auch das schwächste Ergebnis von Marianne Schieder (21,82 Prozent). Bei den Zweitstimmen haben die Sozialdemokraten die rote Laterne in Guteneck, wo sie lediglich auf 9,82 Prozent kamen. Außerordentlich gut schnitt Karl Holmeier auch in Winklarn (53,66) und in Guteneck (53,36) ab.

Generell lagen die Direktkandidaten im Landkreis Schwandorf mit Ausnahme von Tina Winklmann (Bündnis 90/Die Grünen) und Ines Tegtmeier (FDP) über dem Ergebnis ihrer Partei. Eine Ursache dafür liegt wohl darin begründet, dass die AfD im Wahlkreis keinen eigenen Direktkandidaten ins Rennen um das Bundestagsmandat geschickt hatte. Dieser hätte - angesichts eines Zweitstimmenergebnisses von 16,81 Prozent im Landkreis - die Direktkandidaten sicherlich auch bei den Erststimmen einige Prozentpunkte gekostet. Die drei übrigen im künftigen Bundestag vertretenen Parteien schafften sowohl bei den Erst- als auch den Zweitstimmen kein zweistelliges Resultat. Die FDP holte ihr bestes Ergebnis in Nabburg (8,08 Prozent), ihre Direktkandidatin Ines Tegtmeier in Gleiritsch (6,61). Für Marius Josef Brey (Die Linke) stimmten in Maxhütte-Haidhof 7,15 Prozent der Wähler, Sie bescherten ihm damit dort sein bestes Ergebnis. Die meisten Zweitstimmen sammelte die Partei in Teublitz (6,26). Noch ein Blick zu den Grünen: Ihre Kandidatin Tina Winklmann sammelte in ihrer Heimat Wackersdorf 5,78 Prozent. Die Partei feierte ihr bestes Resultat in Burglengenfeld. Dort erreichte sie 6,28 Prozent.

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