Flexible Angebote im Nahverkehr

Der demografische Wandel hat auch Auswirkungen auf den öffentlichen Personennahverkehr: Eine Basis dafür ist nämlich die Schülerbeförderung. Diese bröckelt aber aufgrund der sinkenden Schülerzahlen. Nicht zuletzt deshalb sind künftig flexible Angebote im ÖPNV gefragt. Archiv-Bild: Unger
Politik
Schwandorf
04.07.2017
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Das Ziel ist klar: "Wir wollen die Mobilität möglichst aller Landkreisbürger verbessern". Dr. Thomas Huber von Regionalbus Ostbayern (RBO) macht aber auch deutlich, dass das nicht mehr auf herkömmlichem Wege geschehen kann.

Jeder Haushalt dürfte in den vergangenen Tagen ein von Landrat Thomas Ebeling unterzeichnetes Schreiben samt Fragebogen im Briefkasten gehabt haben. Diese Bürgerbefragung ist ein Instrument zur Erstellung eines Mobilitätskonzeptes für den Landkreis Schwandorf. Dieses hat zum Ziel, die Angebote im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zielgerichtet zu verbessern. Bei der Sitzung des Ausschusses für Kreisentwicklung, Umweltschutz und Touristik am Montag im Landratsamt, stellte Huber das Konzept und den momentanen Sachstand vor.

Gerade im ländlichen Raum steht der ÖPNV oftmals vor Problemen: "Wir können nicht im Zick-Zack durch jeden Ort fahren", schilderte Huber eines davon. Zudem sei ein hoher Takt zu allen Tageszeiten wegen der Finanzierung - und auch wegen ökologischer Gründe - schwierig. Hinzu kommt: Auch der ÖPNV ist vom demografischen Wandel betroffen. Eine Basis für den Nahverkehr ist nämlich die Schülerbeförderung. "Wenn die wegfällt, ist es schwierig von der räumlichen und zeitlichen Abdeckung her ein besseres Angebot zu machen", sprach Huber die sinkenden Schülerzahlen an.

Die Lösung liegt für die Betreiber des ÖPNV in flexiblen Lösungen - wie beispielsweise einem Rufbus, der nur bei Bedarf angefordert wird. "Das ist eine bedarfs- und bürgerorientierte Lösung, die viele Probleme lösen kann", betonte Huber. Und um genau solche Lösungen erarbeiten zu können, ist das Mobilitätskonzept, das derzeit erarbeitet wird, eine wichtige Grundlage. Generell war Huber mit dem bislang erfolgten Rücklauf der Fragebögen zufrieden: "Das Ergebnis wird aussagefähig werden". Diese Befragung ist aber nicht die einzige Gelegenheit, bei der die Bürger eingebunden werden. Es sind darüberhinaus fünf öffentliche Foren im gesamten Landkreis geplant. Konkrete Ergebnissen und Vorschläge zur Verbesserung des ÖPNV im Landkreis sollen laut Huber spätestens Anfang kommenden Jahres vorliegen.

"Ich bin zuversichtlich, dass es mit den neuen Konzepten möglich sein wird, Lücken intelligent zu schließen, ohne auf immensen Kosten zu sitzen", betonte Bernhard Krebs, als er im Namen der SPD-Fraktion das Wort ergriff. Zustimmung kam auch von den Christsozialen. Deren Sprecherin Maria Baumer war ebenfalls "froh und dankbar", dass der Startschuss gefallen ist, um die weißen Flecken im ÖPNV vielleicht füllen zu können.

Man kann nicht im Zick-Zack durch jeden Ort fahren.Dr. Thomas Huber
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