08.09.2017 - 20:05 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Frist für neues Löschfahrzeug läuft Begründete Ungeduld

Es grummelt etwas in der Stadtfeuerwehr. Der Grund: Das Warten, besonders auf ein Fahrzeug, das das 28 Jahre alte TLF16/25 ersetzen soll. Der Kauf ist beschlossene Sache, und er eilt. Denn das neue LF 20 muss bis spätestens Ende 2018 angemeldet werden, sonst droht Ungemach.

Stadtbrandmeister Klaus Brunner im Tanklöschfahrzeug 16/25. Fahren darf er es selbst nicht, dafür hat der zweite Kommandant der Schwandorfer Stadtfeuerwehr keinen Führerschein. Auf den Nachfolger, ein "LF 20", warten er und seine Kameraden dennoch dringend. Bild: Hösamer
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Zweiter Kommandant und Stadtbrandmeister Klaus Brunner machte im Gespräch mit der Redaktion der Oberpfalzmedien den Grund für die Ungeduld deutlich: Nur noch bis Ende 2018 besteht die Ausnahmeregelung, neue Feuerwehrautos mit einem "Euro 5"-Motor anmelden zu können. Nun sind Feuerwehrleute keine Umweltmuffel, sie wollen aber möglichst trotzdem keine neueren Euro-6-Motoren. Denn: Die Fahrgestelle dieser Euro-6-Lastwagen sind schwerer, was bei festgelegtem Gesamtgewicht Abspecken bei der Ausrüstung bedeuten würde. Gravierender aber ist die Tatsache, dass die Euro-6-Diesel für die Langstrecke ausgelegt sind. Die Wege der Einsatzfahrzeuge aber sind zu kurz, um die Betriebstemperatur zu erreichen, die das Abgassystem für eine Selbstreinigung braucht.

Im Haushalt festgezurrt

Folgen wären laut Brunner, entweder zeit- und personalintensive "Bewegungsfahrten" oder, ziemlich sinnfrei, das Laufenlassen des Motors an der Absauganlage in der Fahrzeughalle. Aus diesem Grund hat der Freistaat Bayern die Regelung erlassen, dass Euro-5-Einsatzfahrzeuge noch bis Ende 2018 angemeldet werden können. Die Feuerwehrkameraden haben Autos mehrerer Anbieter in Augenschein genommen und auch schon kundgetan, welches Auto mit welchem Aufbau favorisiert würde. "Mit den ganzen Ausschreibungsfristen und der Produktionszeit könnte es aber Frühjahr 2019 werden, bis es kommt", sagt Brunner, der sein Unverständnis darüber äußert, warum das Thema im Rathaus nicht schneller angegangen wird.

Zumal der Kauf grundsätzlich beschlossene Sache und die Anfinanzierung für das LF 20 bereits im Haushalt der Stadt für dieses Jahr festgezurrt ist. Das Löschfahrzeug (LF) 20 wird, wie das jetzige TLF 16, zum Stadtlöschzug gehören, der praktisch zu jedem Einsatz ausrückt. Das waren in diesem Jahr (Stand Freitagmittag) 213, bestätigt Brunner, der im Hauptberuf Polizeibeamter ist. Zum Zug gehören der Kommandowagen, das Mehrzweckfahrzeug MZF, das TLF 16/25, die Drehleiter und das HLF 20/16, das vor allem für die technische Hilfeleistung bei Unfällen ausgestattet ist.

Neues Konzept

Auch auf ein neues Mehrzweckfahrzeug - einen Sprinter - wartet die Schwandorfer Feuerwehr. Das Auto sollte eigentlich in diesem Jahr kommen. Nach Angaben Brunners ist bislang aber nur das Fahrgestell ausgeschrieben. Das aktuelle MZF stammt aus dem Jahr 2003.

Die Stadtfeuerwehr hatte schon im Jahr 2014 ein Fahrzeugkonzept vorgelegt, das der Stadt Einsparungen bescheren würde. Die Fahrzeuge, die nicht zum Stadtlöschzug gehören, und für besondere Einsatzlagen konzipiert sind, können durch ein Wechselladersystem mit Abrollbehältern kostengünstig ersetzt werden. Statt drei neuen Fahrzeugen für 1,08 Millionen Euro wären dann "nur" zwei Trägerfahrzeuge und vier Abrollbehälter notwendig (Gesamtkosten: 860 000 Euro). Der Bund spendiert im kommenden Jahr dazu einen Abrollbehälter (AB) Hochwasser. Spätestens bis dahin sollte die Feuerwehr über ein Trägerfahrzeug verfügen. Die sind marktüblich und entsprechen den Lkw, die zum Beispiel Altglascontainer auf den Haken nehmen können. Erst im Juli 2017 wurde das Konzept dem Hauptausschuss vorgelegt (wir berichteten). Eine Verzögerung, die Franz Schindler (SPD) moniert hatte.

Laut vorgelegtem Konzept wäre die Ausschreibung des Trägerfahrzeugs samt einer Mulde für dieses Jahr vorgesehen, die Auslieferung im kommenden Jahr. Mit der positiven Entscheidung im Hauptausschuss stünde einer Ausschreibung auch nichts mehr im Wege. Denn auch hier spielt die Abgasklasse wieder eine Rolle. Die Feuerwehr hätte gerne einen Euro-5-Lkw als Trägerfahrzeug, den gibt es aber momentan nur noch von einem bekannten schwedischen Hersteller. Andere Feuerwehren verwenden dieses Fabrikat, sind mit den Lkw zufrieden. Oberbürgermeister und Verwaltung haben laut Brunner dennoch nochmal Gesprächsbedarf bei der Feuerwehr angemeldet - dafür sieht Brunner aber keinen Grund mehr. "In unserem Konzept seht alles drin", sagt der Stadtbrandmeister.

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