Guten finanzielle Aussichten: Investitionen steigen auf Rekordhöhe - Schulden sinken weiter
Rosige Zeiten für den Landkreis Schwandorf

Der Umbau des Beruflichen Schulzentrums in Schwandorf stellt auch in diesem Jahr die kostenintensivste Hochbaumaßnahme des Landkreises dar. Für den Ersatzneubau für die Berufliche Oberschule und die Modernisierung des Haupttraktes sind heuer 3,2 Millionen Euro veranschlagt. Unser Bild zeigt einen Blick auf die Baustelle in der neu entstehenden Aula. Bild: Hirsch
Politik
Schwandorf
12.01.2017
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Der Landkreis steht am Beginn eines Jahres mit guten finanziellen Aussichten: Die Investitionen steigen auf Rekordhöhe, die Schulden sinken weiter, und die Kommunen dürfen auf eine erneute Senkung der Kreisumlage hoffen.

Der ostbayerischen Wirtschaft geht es blendend, der Arbeitsmarkt meldet einen Höchststand an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Die Steuerkraft der 33 kreisangehörigen Städte und Gemeinden wächst: Die Gewerbesteuereinnahmen nehmen um 4,4 Prozent zu, der Einkommensteueranteil steigt sogar um 6,8 Prozent. Vor diesem Hintergrund plant Kreiskämmerer Michael Neckermann den Landkreis-Haushalt 2017.

Er geht davon aus, dass sich die Umlagekraft der Kommunen um 3,3 Prozent verbessert. Für Schul- und Kindergartenbauten erwartet er erhöhte staatliche Fördersätze. Und bei der Schlüsselzuweisung kann er auf den Spitzenwert von rund 21 Millionen Euro bauen. Er rechnet aber auch damit, dass die abzuführende Bezirksumlage weiter zunimmt (um 900 000 auf 27,2 Millionen Euro), die Personalausgaben wachsen (um 370 000 auf 21,2 Millionen Euro), und der aufzubringende Anteil an der Sozial- und Jugendhilfe um 500 000 auf 19,7 Millionen Euro klettert.

Rücklagen möglich

Die Eckdaten sehen vor, dass der Landkreis heuer soviel investiert wie nie zuvor. 15,2 Millionen Euro stehen voraussichtlich zur Verfügung (2016: 12,8 Millionen), davon fließen 8,4 Millionen (2016: 7,1 Millionen) in den Hochbau und 3,9 Millionen (2016: 3,2 Millionen) in den Tiefbau. Den Schwerpunkt bildet dabei abermals der Schulbau (grüner Kasten), um wieder ein starkes Signal für die Bildung auszusenden.

Parallel dazu forciert der Kreis den Schuldenabbau und setzt damit seinen eingeschlagenen Weg fort. Steckte er Ende 2012 noch mit 39,2 Millionen Euro in den Miesen, so gingen die Verbindlichkeiten bis Ende 2016 auf 28,7 Millionen zurück. Heuer sollen sie um weitere 2,4 Millionen reduziert werden. In Relation zum Höchststand wären dann 13 Millionen Euro (oder 33 Prozent) innerhalb von fünf Jahren getilgt. Der Kämmerer verband seinen Ausblick mit dem Appell, den Schuldenabbau konsequent weiter zu betreiben. Ins Gesamtbild passt auch das positive Ergebnis des Jahres 2016, in dem der Kreis mehr als 2,7 Millionen Euro an Überschuss erwirtschaftete. Diese Zahl eröffnet neue Varianten, zu denen auch die Stärkung der Rücklagen zählt. Angesichts der kommenden, mächtigen Investitionen in Schulen und Landratsamt-Umbau könnte ein dickeres Polster durchaus nützlich sein. Die rosige Lage weckt freilich aber auch Begehrlichkeiten bei den Kommunen. Sie erwarten, dass im Vorfeld der Etatberatungen aus dem Landratsamt ein Vorschlag zur weiteren Senkung des Kreisumlage-Hebesatzes kommt.

Baustellen des KreisesHeuer baut der Landkreis an folgenden Projekten (in Klammern die Investitionssumme in 2017):

Hochbau

Berufliches Schulzentrum Schwandorf (Erweiterung und Modernisierung, 3,2 Millionen Euro).

Realschule Nabburg (Sanierung und Modernisierung, 2,4 Millionen Euro).

Landratsamt Schwandorf (Dachsanierung, Brandschutz, Beleuchtung, Decken, Schließanlage, Foyer, zentrale Hardware und Fenstererneuerung, 602 000 Euro).

Gymnasium Burglengenfeld (Dachsanierung, Aufzugneubau, Fenstererneuerung und neue Spannungshauptverteilung, 565 000 Euro).

Realschule Burglengenfeld (Modernisierung, 500 000 Euro).

Gymnasium Nabburg (Brandschutz, Umbau Physik und neuer Aufzug, 385 000 Euro).

Berufsschule Neunburg vorm Wald (Brandmeldeanlage und Parkplätze, 305 000 Euro).

Gymnasium Nittenau (Fenstererneuerung, 230 000 Euro).

Kreisbauhof Nabburg (Dachsanierung, 85 000 Euro).

Realschule Neunburg vorm Wald (Umbau Lehrerzimmer, 75 000 Euro).

Tiefbau

Kreisstraße SAD 30 Köttlitz-Söllitz (900 000 Euro).

SAD 45 Mitterlangau-Oberlangau, (700 000 Euro).

SAD 47 Kulz-B 22 (600 000 Euro).

SAD 27 Lissenthan-Diepoltshof (590 000 Euro).

SAD 40 SAD 37-Häuslern (80 000 Euro).

SAD 1 Ortsdurchfahrt Bruck (50 000 Euro).

SAD 40 Staatsstraße 2151-SAD 37 (20 000 Euro).

SAD 15 Nordumgehung Nittenau (20 000 Euro).

SAD 54 Ortsdurchfahrt Neunaigen (10 000 Euro). (am)


Der Weg des Schuldenabbaus muss aber auch angesichts der Niedrigzinsen weiter im Vordergrund stehen, und wir dürfen uns nicht von den Werbesprüchen der Banken verleiten lassen.Michael Neckermann, Kreiskämmerer
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