Haushalt der Bürgerspitalstiftung gebilligt
Überstunden-Berg wächst

Das Elisabethenheim bekommt sowohl von Medizinischem Dienst als auch den Bewohnern Bestnoten. Die Belegschaft schiebt allerdings einen hohen Berg an Überstunden vor sich her. Bild: Hösamer
Politik
Schwandorf
19.04.2017
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Bestnoten vom Medizinischen Dienst, Lob von den Bewohnern, volle Belegung, ein Jahresüberschuss: Das Elisabethenheim der Bürgerspitalstiftung steht prächtig da, erfuhr der Alten- und Pflegeheimausschuss am Dienstag. Der Erfolg hat seinen Preis, auch für die Belegschaft.

Geschäftsführer Egon Gottschalk legte dem Ausschuss die Zahlen für das vergangene Jahr vor. Aus dem Betrieb des Elisabethenheims ergaben sich Erlöse von gut 6,44 Millionen Euro, Aufwendungen von etwa 6,34 Millionen. Gut 96 000 Euro blieben als Erlös. Die hohe Auslastung des Altenheims von knapp 98 Prozent - de facto also volle Belegung - hatte etwas mehr Geld in die Kasse gespült als kalkuliert. Die Vermögensverwaltung der Stiftung steuerte einen Erlös - vor allem aus Holzverkauf sowie Vermietung und Verpachtung - von 110 000 Euro bei. Macht für die Spitalstiftung einen Jahresüberschuss von 206 000 Euro.

Wermutstropfen im Jahresabschluss 2016: Die im Schnitt 134 Beschäftigten (92,81 Planstellen) schieben einen großen Berg von Überstunden vor sich her. Zum Ende des Geschäftsjahres waren es rund 9650, gut 1300 mehr als im Jahr zuvor. Pro Mitarbeiter sind das gut 72 Stunden. Der Berg ergebe sich vor allem aus Krankheitsfällen, sagte Gottschalk. Die Dienstpläne seien eigentlich auf den Überstundenabbau ausgerichtet, plötzliche Erkrankungen werfen aber die Konzepte über den Haufen. "Das bereitet uns ständig Kopfzerbrechen", sagte der Geschäftsführer. Zusätzliches Personal geben aber die Schlüssel nicht her - selbst wenn es auf dem leer gefegten Arbeitsmarkt zu haben wäre. "Wir können keinen Personalpool vorhalten", sagte SPD-Sprecher Alfred Braun, der sich wie sein CSU-Pendant Christian Eimer und die Ausschusssprecher Lothar Waltz (FW), Peter von der Sitt (UW) und Paul Groß (Ausschussgemeinschaft) erfreut über die guten Zahlen und die Bewertungen zeigte.

Denn der Medizinische Dienst der Krankenversicherungen gab nach einer wie immer unangekündigten Kontrolle dem Haus die Note 1,1. "Das spricht für sich", waren sich die Stadträte mit Oberbürgermeister Andreas Feller einig und zollten der Belegschaft dafür großen Respekt. Den "Grünen Haken", ein Gütesiegel vergeben von der "Heimverzeichnis gGmbH" - einer Interessenvertretung der Nutzer - darf das Heim weiter führen. Auch 2017 will die Spitalstiftung mit einem Überschuss abschließen, der bei Erträgen von 6,554 Millionen und Aufwendungen von 6,273 Millionen bei gut 281 000 Euro liegen soll. Gute Nachricht für die Bewohner: Eine Erhöhung der Entgelte ist nicht vorgesehen. Investitionen sind - außer für Ersatzbeschaffungen - nicht geplant. Die Schulden sollen von knapp 4,2 auf gut 3,5 Millionen Euro durch reguläre und Sondertilgungen gesenkt werden. Den entsprechenden Haushalt empfahl der Ausschuss einstimmig dem Stadtrat zum Beschluss.
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