04.09.2017 - 20:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Kreisvorsitzende bewerten Fernseh-Schlagabtausch zwischen Merkel und Schulz Ein Duell, zwei Meinungen

Dass das einzige direkte Aufeinandertreffen von Angela Merkel (CDU) und Martin Schulz (SPD) kein schmutziger Schlagabtausch wird, war vorauszusehen. Das sahen auch die Kreisvorsitzenden von CSU und SPD so. Unterschiedliche Ansichten gab es aber hinterher bei der Frage, wer das TV-Duell für sich entschieden hat.

"Bei der Auswahl der Fragen hätte man durchaus mehr Spannung reinbringen können." Zitat: SPD-Kreisvorsitzende Evi Thanheiser
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

"Unaufgeregt in weiten Stellen": So kommentierte CSU-Kreisvorsitzender Alexander Flierl das TV-Duell. Dennoch hatte das Zusammentreffen für den Landtagsabgeordneten eine Siegerin: Souverän und dem Amt der Kanzlerin entsprechend habe die Regierungschefin das Aufeinandertreffen für sich entschieden. "Das war ein klarer Punktsieg für Angela Merkel", betonte der Oberviechtacher telefonisch gegenüber unserer Zeitung. So habe die Kanzlerin Antworten auf zukünftige Herausforderungen gegeben und sei auch ihrer Linie treu geblieben - anders als Schulz. Bei der Frage nach dem künftigen Umgang mit der Türkei sei der Herausforderer vom Kurs der Partei und des SPD-Außenministers klar abgewichen, indem er sich für ein Ende der EU-Beitrittsverhandlungen ausgesprochen hat. Generell hätte Flierl gemeint, dass der SPD-Kandidat mit mehr neuen Punkten aufwarten könne - zum Beispiel zur sozialen Gerechtigkeit. "Aber da ist nichts Neues gekommen". Auf die Frage nach der nächsten Koalition antwortete Flierl: "Schwarz-gelb wäre mir am Liebsten - natürlich nach einer absoluten Mehrheit für die Union".

SPD-Kreisvorsitzende Evi Thanheiser bedauerte es ein wenig, dass der Schwerpunkt der Sendung eindeutig auf den Themen "Flüchtlingspolitik" und "Türkei" gelegen hatte. Renten- oder Steuerpolitik beispielsweise - klassische SPD-Themen - seien hingegen kaum oder nur minimal zur Sprache gekommen. So habe Kanzlerkandidat Schulz wenig Gelegenheiten bekommen, sich und sein Programm darzulegen und auch die Unterschiede zur Politik der CDU zu verdeutlichen. "Bei der Auswahl der Fragen hätte man durchaus mehr Spannung reinbringen können", betonte die Kreisvorsitzende, an die Adresse der Moderatoren gewandt. Generell sei das Duell erwartungsgemäß sehr sachlich verlaufen, und beide Kandidaten hätten sich souverän geschlagen. Deshalb lautete das Fazit der Nabburgerin: "Es gibt keinerlei Sieger". Schulz habe aber deutlich gemacht, dass er der nächste Kanzler Deutschlands werden möchte. Unter dieser Voraussetzung wäre für sie auch eine Fortsetzung der Großen Koalition denkbar: "Sofern die SPD nicht Juniorpartner ist, kann man über alles reden".

Bei der Auswahl der Fragen hätte man durchaus mehr Spannung reinbringen können.SPD-Kreisvorsitzende Evi Thanheiser
Das war ein klarer Punktsieg für Angela Merkel.CSU-Kreisvorsitzender Alexander Flierl
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