06.03.2017 - 17:14 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Landratsamt soll erweitert werden Anbau gegen Platznot

Im Landratsamt herrscht Platzmangel: Einige Abteilungen mussten deshalb bereits ausgelagert werden. Ein Ende dieser Zeiten zeichnet sich nun ab: Ein geplanter Erweiterungsbau soll Raum für rund 70 Arbeitsplätze bieten. Offen ist noch die Frage, ob dort auch ein neuer Sitzungssaal entstehen wird.

Am Ostflügel des Landratsamtes soll ein Erweiterungsbau (rote Fläche) Platz für rund 70 Arbeitsplätze bieten und die Platzprobleme lösen. Eventuell entsteht dort auch ein neuer Sitzungssaal. Bild: exb
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Im Landratsamt arbeiten derzeit etwa 420 Mitarbeiter. Rund 42 Personen wurden zwischenzeitlich wegen des Platzmangels "ausgelagert": Im benachbarten Ämterzentrum sind zum Beispiel das Gesundheitsamt sowie die Tiefbauverwaltung untergebracht. Das Schulamt ist außerdem vor wenigen Jahren mit acht Personen in die Nachbarkommune Wackersdorf gezogen. Andere Bereiche - wie das Jugendamt - sind im gesamten Gebäude verteilt. Bald könnten alle Beschäftigten wieder unter einem Dach arbeiten: Der Beschluss, an der Ostseite des Landratsamtsgebäudes einen Anbau zu planen, fiel bereits im November vergangenen Jahres in einer nichtöffentlichen Sitzung des Kreisausschusses. "Der Bedarf ist unstreitig", betonte Landrat Thomas Ebeling, als das Thema am Montag im Bauausschuss des Kreistags auf der Tagesordnung stand.

Ersten Planungsideen zufolge entsteht der Erweiterungsbau im rechten Winkel zum Ostflügel des Landratsamtes, in dem derzeit die Zulassungsstelle untergebracht ist. Das rund 40 mal 13 Meter große, drei- bis vierstöckige Gebäude würde je Etage Platz für 23 bis 25 Arbeitsplätze bieten. Das oberste Stockwerk könnte für einen neuen Sitzungssaal samt zugehörigen Funktionsräumen genutzt werden. Der jetzige Sitzungssaal für den Kreistag und seine Ausschüsse ist in der Kantine des Landratsamtes und muss daher ständig umgebaut werden.

Kostenprognose abwarten

"Eine Entscheidung über den Sitzungssaal ist noch nicht gefallen", schickte Landrat Thomas Ebeling der Diskussion voraus. Seiner Ansicht nach habe eine Abstimmung darüber auch erst dann Sinn, wenn Kostenprognosen für den Erweiterungsbau mit, beziehungsweise ohne Saal vorliegen. "Die Situation, in einer Kantine zu tagen, kann jeder für sich selber bewerten", betonte der Landrat. Es gebe sicherlich nicht viele Kreistage, die eine Kantine als Sitzungssaal nutzen. Diese Dinge gelte es vertieft zu diskutieren, "wenn man weiß, was es kostet".

Siegfried Damm (SPD) stimmte in einer Wortmeldung zu: "Es ist vernünftig, jetzt Grundlagen einzuholen und dann eine Entscheidung zu fällen". Der gleichen Ansicht war auch Georg Butz (CSU). Er plädierte aber dafür, einen neuen Sitzungssaal fest einzuplanen. "Die jetzige Situation kritisieren wir seit Jahren, und deshalb sollten wir das verwirklichen", unterstrich Butz. Rudolf Sommer (Grüne) sprach die Möglichkeit von Heimarbeitsplätzen an. "Vielleicht ist deshalb die Erweiterung in fünf bis zehn Jahren gar nicht mehr notwendig". Landrat Ebeling entgegnete, dass die Behörde ihren Mitarbeitern diese Möglichkeit bereits biete - und dennoch Platznot herrsche.

Ein "Schildbürgerstreich"

Der Kreischef sagte auch, dass ein eventuell entstehender, neuer Sitzungssaal groß genug gebaut werden sollte. Der Grund: Derzeit hat der Landkreis rund 144 000 Einwohner. Ab 150 000 steigt die Zahl der Kreisräte von 60 auf 70. "Es wäre ein Schildbürgerstreich, wenn wir dann einen zu kleinen Sitzungssaal bauen", betonte Ebeling angesichts der Aussicht, dass die Landkreisbevölkerung in absehbarer Zeit über diese Grenze springen könnte.

Für die weiteren Planungsschritte und eine verlässliche Kostenprognose ist es nun notwendig, Experten hinzuzuziehen. Die Planung des Gebäudes würde das eigene Sachgebiet Hochbau am Landratsamt übernehmen. Für die technische Ausrüstung, den Bereich Sanitär-Heizung-Lüftung, die Elektrik und die Statik beschloss der Kreisbauausschuss einstimmig, Angebote einzuholen. Die Kosten dafür belaufen sich laut Schätzungen auf rund 300 000 Euro.

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