Marianne Schieder zur Parlamentarischen Geschäftsführerin gewählt
Eine Oberpfälzerin wirbt für die Groko

"SPD-Abgeordnete aus 16 Bundesländern melden ihre Ansprüche an und Abgeordnete, die schon sehr lange im Geschäft sind." Zitat: SPD-Abgeordnete Marianne Schieder
Politik
Schwandorf
07.12.2017
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Schwandorf/Berlin. Man kann auch in der SPD noch Karriere machen: Die SPD-Bundestagsfraktion hat Marianne Schieder zur Parlamentarischen Geschäftsführerin gewählt. "Mit einem ziemlich guten Ergebnis", freut sich die Abgeordnete aus dem Wahlkreis Schwandorf über 83 Prozent Zustimmung. Die stellvertretende Vorsitzende der Landesgruppe Bayern ist damit auch Mitglied im Geschäftsführenden Fraktionsvorstand, der die Arbeit der SPD-Abgeordneten koordiniert.

Mehr Einfluss

Den Zuwachs an Einfluss nutzte die Oberpfälzerin die vergangenen Tage, um für Gespräche mit der Union über eine ergebnisoffene Fortsetzung der Großen Koalition zu werben. Als "herausgehobene Stellung in der zweiten Führungsebene" schätzt die Oberpfälzerin den neuen Posten ein. Man habe mehr Mitwirkungsmöglichkeiten und könne die Interessen der Landesgruppe besser vertreten. "Wir besprechen immer alle Themen aus dem Blickwinkel der 18 Mitglieder der Landesgruppe", erklärt Schieder den bayerischen Ansatz, der in Konkurrenz zur CSU nicht immer wahrgenommen würde: "Die CSU tritt als eigene Partei auf, ihre Vertreter sitzen bei allen Runden und Verhandlungen mit dabei." Sie habe ganz andere Möglichkeiten, die bayerische Karte zu spielen.

Die Vorfreude, den CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer künftig öfter in Berlin zu treffen, hält sich in Grenzen. "Das war ein Weg, ihn gesichtswahrend in Bayern loszuwerden", meint die Schwandorfer Abgeordnete. "Sicher kennt er Berlin und ist mehr ein Inbegriff der CSU als andere." Und deshalb bestehe immer auch die Gefahr, dass seine Positionen mit denen aller Bayern gleichgesetzt würden.

Bayerische Kandidatin

Nachdem die bisherige Parlamentarische Geschäftsführerin Petra Ernstberger (Hof) nicht mehr bei der Bundestagswahl antrat, habe die bayerische Landesgruppe vorgefühlt, ob eine erneute bayerische Kandidatur Erfolgschancen hätte: "Das ist gar nicht so einfach, da durchzudringen", erzählt Schieder, "SPD-Abgeordnete aus 16 Bundesländern melden ihre Ansprüche an, und Abgeordnete, die schon sehr lange im Geschäft sind." Ihr sei zugutegekommen, dass sie sich durchsetzen könne, einen gewissen Bekanntheitsgrad habe und als Volljuristin (Uni Regensburg) über die nötige fachliche Qualifikation verfüge.

Bei der ersten Vorbesprechung zur künftigen Aufgabenverteilung zwischen dem Ersten Parlamentarischen Geschäftsführer Carsten Schneider und seinen Stellvertreterinnen Marianne Schieder, Bärbel Bas und Dagmar Ziegler habe sie sich um die Themen Ausschussbesetzung sowie die Zuständigkeit für den Geschäftsführungsausschuss beworben.

SPD-Abgeordnete aus 16 Bundesländern melden ihre Ansprüche an und Abgeordnete, die schon sehr lange im Geschäft sind.SPD-Abgeordnete Marianne Schieder
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