20.12.2017 - 16:34 Uhr
SchwandorfOberpfalz

MdL Schindler fragt wegen Bahnhof Schwandorf im Ministerium nach Ausbau "in weiter Ferne"

Rund 5000 Fahrgäste nutzen täglich den Bahnhof Schwandorf zum Ein- oder Umsteigen. Behinderte oder Eltern mit Kinderwägen haben dabei Probleme, denn barrierefrei ist die Station nicht. Der Ausbau lässt auf sich warten. Das macht die Antwort der Staatsregierung auf eine Anfrage von Landtagsabgeordnetem Franz Schindler (SPD) deutlich.

Der Bahnhof Schwandorf ist nicht barrierefrei ausgebaut. Darauf drängt die Stadtpolitik schon länger. Wann der Ausbau kommt, ist aber noch vollkommen unklar, ergibt eine Anfrage von Abgeordnetem Franz Schindler an das Innenministerium. Bild: Hösamer
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Schindler, selbst eifriger Bahnfahrer, bohrt regelmäßig nach, wie es mit dem Ausbau des Schwandorfer Bahnhofs weiter gehen soll. Für die Barrierefreiheit wären Aufzüge und eventuell eine Brücke notwendig. Bislang führt der Weg zu den Bahnsteigen ab Gleis 2 über Treppen in den Untergrund. Menschen mit Handicap müssen sich umständlich anmelden und werden dann von Bahnmitarbeitern über die Gleisanlagen geführt. "Der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs Schwandorf liegt immer noch in weiter Ferne", teilt Schindler nach einer Anfrage an den zuständigen Innenminister Joachim Herrmann (CSU) mit.

Nachdem die Staatsregierung den Bahnhof Schwandorf Ende 2016 nicht in das "Aktionsprogramm für barrierefreie Stationsinfrastruktur 2021" aufgenommen hatte, aber angekündigt hat, dass die Planungen für den barrierefreien Ausbau bis 2021 vorgenommen werden sollen, hakte Schindler noch mal nach.

Nachgehakt

Denn auf eine entsprechende Anfrage vom Januar 2017 hatte das Ministerium ausgeführt, dass die Staatsregierung das Bundesverkehrsministerium auffordern werde, umgehend mit den Planungen nicht nur für den Ausbau der Strecke Hof - Regensburg - Obertraubling (also der Elektrifizierung), sondern auch für den barrierefreien Ausbau sämtlicher Bahnhöfe entlang dieser Strecke zu beginnen. Franz Schindler hat nun erneut nachgefragt, ob das Bundesverkehrsministerium zwischenzeitlich mit den Planungen begonnen hat. Der bayerische Innen- und Verkehrsminister Herrmann habe nun geantwortet, dass der Staatsregierung keine Kenntnisse darüber vorliegen, dass die DB mit den Planungen bereits begonnen hat.

Keine Vereinbarung

Danach habe er aber gar nicht gefragt, merkt Schindler an. Vielmehr wollte er wissen, was aus der Aufforderung der Staatsregierung an das Bundesverkehrsministerium, mit den Planungen umgehend zu beginnen, geworden ist.

Die Antwort des bayerischen Verkehrsministers vom 14. Dezember lasse nach Ansicht des SPD-Abgeordneten nur den Schluss zu, dass die Staatsregierung entgegen ihrer Ankündigung vom Januar 2017 das Bundesverkehrsministerium gar nicht aufgefordert hat, umgehend mit den Planungen nicht nur für die Elektrifizierung, sondern auch für den barrierefreien Ausbau der Bahnhöfe zu beginnen. Da es nach Angaben von Verkehrsminister Herrmann noch nicht einmal eine Planungsvereinbarung zwischen dem Bundesverkehrsministerium und der Deutschen Bahn über den Ausbau der Strecke Hof - Regensburg - Obertraubling gibt und außerdem geklärt werden müsse, ob es in Verbindung mit den Planungen zum Ausbau der Metropolenbahn weiteren Änderungsbedarf am Schwandorfer Bahnhof gibt, ist für Schindler der Ausbau zunächst einmal in weite Ferne gerückt. "Eine Prognose des Realisierungszeitpunkts ist für die Staatsregierung nicht möglich", heißt es in der Antwort des Ministers. die der Redaktion vorliegt.

Nach Ansicht von MdL Schindler ist es deshalb trotz der Aufnahme der Elektrifizierung der Strecke Hof - Regensburg - Obertraubling in den "Bedarfsplan Schiene" weiterhin erforderlich, immer wieder auf Bundes- und Landesebene auf den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Schwandorf zu drängen.

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