13.07.2015 - 00:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Mehr als 300 Demonstranten in Schwandorf und Neunburg vorm Wald Neonazis Marsch geblasen

Ein buntes Protest-Orchester spielte spontan in Neunburg vorm Wald auf. Auch Bürgermeister Martin Birner (links) hatte sich unter die Demonstranten gemischt. Bild: mp
von Redaktion OnetzProfil

(nt/az) Deutliches Zeichen gegen Rechtsradikalismus: Mehr als 300 Demonstranten haben am Samstag in Schwandorf und Neunburg vorm Wald gegen einen Aufmarsch der Neonazi-Partei "Der dritte Weg" protestiert. Nach Polizeiangaben blieb alles friedlich.

Rund 200 Bürger haben in Schwandorf am Mittag mit Transparenten und einem Pfeifkonzert ihr Ablehnung deutlich gemacht. "Ihr könnt nach Hause geh'n", schallte es dem guten Dutzend Neonazis entgegen, die um die Mittagszeit bei einer Kundgebung vor dem ehemaligen Rathaus im Stadtteil Dachelhofen ihre Parolen gegen Asylbewerber und Flüchtlinge verbreiten wollten. Trotz Lautsprecherwagen war kein Ton zu verstehen. "Zieht den Nazis die Lederhosen aus", quittierten die Demonstranten die Kleidung der Rechtsradikalen.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, Beamte der Bereitschaftspolizei riegelten nach dem Ende der Kundgebung mit ihren Fahrzeugen den Stand der Neonazis ab. Der "dritte Weg" gilt als Auffangbecken der Rechtsradikalen, die im verbotenen "Freien Netz Süd" organisiert waren.

Wenig später machten in Neunburg vorm Wald nach Polizeiangaben rund 110 Menschen ihren Unmut über die Rechtsradikalen Luft. Vor dem Rathaus wurde es laut: Dass die Neonazis trotz Lautsprecherwagen nicht zu verstehen waren, dafür sorgte auch ein "Protest-Orchester", das sich aus Mitgliedern der Stadtkapelle und des Festspielvereins formiert hatte.

Auch die katholische Stadtpfarrei Sankt Josef setzte ein Zeichen gegen Rechts: Pfarrer Stefan Wagner beteiligte sich nicht nur an der Gegen-Demo, sondern ließ das Feierabend-Läuten vom Kirchturm - anstatt um 15 Uhr - bereits um 14.45 Uhr beginnen und deutlich länger dauern als sonst üblich.

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