19.03.2018 - 20:00 Uhr
Schwandorf

Millionen für die Bildung

Knapp 65 000 Euro gibt der Landkreis in diesem Jahr für seine Schulen aus - pro Tag. Obwohl die Schülerzahlen seit Jahren sinken, steigen die Ausgaben kontinuierlich an. Kreiskämmerer Michael Neckermann erklärt, warum.

von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Immer weniger Kinder drücken im Landkreis die Schulbank: Die Zahlen an den kreiseigenen Schulen sowie den Grund- und Mittelschulen sinken seit Jahren beständig: In diesem Schuljahr gab es an den Einrichtungen unter Trägerschaft des Landkreises einen weiteren Rückgang um 136 Kinder auf 9789. Kreis-Kämmerer Michael Neckermann stellte bei der Sitzung des Ausschusses für Schulen, Sport und Kultur den Haushaltsplan für diesen Bereich vor und ging näher auf die Entwicklung der Schülerzahlen ein.

Der Rückgang betrifft nahezu sämtliche Schularten. Steigende Zahlen gibt es nur in drei Bereichen: der Grundschule, der Berufsschule und der Fachoberschule. Die Zahl der Schulanfänger ist zum zweiten Mal in Folge gestiegen und liegt nun bei 1198. Das ist auch die Ursache dafür, dass sich die Gesamtzahl der Grundschüler von 4737 auf 4749 erhöht hat. Ein Blick auf die Berufsschule: Seit dem Schuljahr 14/15 ist sie von 1702 auf 1828 Schüler gewachsen. Das hat laut Neckermann einen einfachen Grund: die zunehmenden Flüchtlingsklassen. Würden sie unberücksichtigt gelassen, wäre auch hier ein Rückgang zu verzeichnen.

Ein "Auslaufmodell"

Seit Jahren stetig wachsend ist die Fachoberschule in Schwandorf: Hier stiegen die Schülerzahlen von 284 im Schuljahr 2012/13 auf 460 in diesem Schuljahr. Genau entgegengesetzt verläuft der Trend bei der Beruflichen Oberschule (BOS): Die Schülerzahl sank von 235 im Schuljahr 2011/12 auf nun 80. "Nach dieser Zahl ist die BOS scheinbar ein Auslaufmodell", betonte der Kreis-Kämmerer.

Auch wenn die Zahlen nach unten gehen: Die Schulen bleiben der größte Posten im Haushalt des Landkreises. 23,3 Millionen Euro sind im 159-Millionen-Etat dafür in diesem Jahr vorgesehen. Die laufenden Kosten steigen seit vielen Jahren kontinuierlich an. Als Ursachen dafür führte Neckermann vor allem den gestiegenen Bauunterhalt, die höheren Energieausgaben, die Gastschulbeiträge und die steigenden Ausgaben für die Schülerbeförderung an. Daneben investiert der Kreis Rekordsummen in seine Schulen: Rund acht Millionen Euro fließen in diesem Jahr in die Bildungseinrichtungen. Der Löwenanteil davon - rund 3,5 Millionen Euro - ist für das Berufliche Schulzentrum Oskar von Miller geplant. Ebenfalls Millionenbeträge verschlingen die Sanierungen der Naabtal-Realschule in Nabburg (2,5 Millionen) sowie die Realschule Burglengenfeld (1,4 Millionen).

Großer Stellenwert

Für die Mitglieder des Schulausschusses gut angelegtes Geld: "Die Stärkung und Modernisierung unserer Schulen ist uns lieb und teuer", hob Jakob Scharf im Namen der CSU-Fraktion hervor und kündigte die Zustimmung der Christsozialen an. Das tat auch Armin Schärtl, der für die Sozialdemokraten das Wort ergriff: Dieser Haushalt dokumentiere, "welchen Stellenwert die Bildung und weiterführende Schulen im Landkreis haben". Josef Fischer (Freie Wählergemeinschaft) sprach von einem Haushalt, der alle Wünsche erfülle: "Die Schulen bekommen, was sie brauchen - und vielleicht ein bisschen mehr." Entsprechend einstimmig fiel der Empfehlungs-Beschluss des Ausschusses an den Kreistag aus, die vorgesehenen Finanzmittel im Haushalt für dieses Jahr einzuplanen.

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