05.07.2017 - 20:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Neuer Träger für Jugendsozialarbeit an Schulen Kolping zieht sich zurück

"Schwierigkeiten im Förderverfahren" nennt das Kolping-Bildungswerk als Grund für seinen Ausstieg aus der Jugendsozialarbeit an Schulen zum Ende dieses Jahres. Schneller als gedacht gibt es einen Nachfolger.

Die Grundschule Neunburg vorm Wald rüstet sich nicht nur durch Erweiterung und Sanierung für die Zukunft, sondern auch durch die Einstellung eines Sozialarbeiters. Bild: Mardanow
von Thomas Dobler Kontakt Profil

"Wir waren mit Kolping sehr zufrieden", versicherte der Wackersdorfer Bürgermeister Thomas Falter in seiner Eigenschaft als Kreisrat, als das Thema im Landratsamt im Jugendhilfeausschuss beraten wurde. Wie es aussieht, ist das künftige Förderverfahren auch den Fachleuten nicht geläufig. Jugendamtsleiterin Regina Hildwein berichtet dem Ausschuss zwar von Gesprächen im Ministerium, "aber man kennt die neuen Richtlinien noch nicht". Eine "wirkliche Antwort" hätten die Emissäre aus Schwandorf nicht erhalten. Klar ist nur: Die bisherige Regelung läuft Ende 2019 aus.

Sozialarbeit nicht billig

Wie den vorgelegten Zahlen zu entnehmen war, kostet die Jugendsozialarbeit an Schulen im Landkreis Schwandorf im Jahr 2017 knapp eine Million Euro. Davon zahlt der Kreis die Hälfte, der Freistaat ein Viertel.

Zehn Prozent muss der Träger, also derzeit Kolping aufbringen. Aber Kolping schmeißt hin. Dafür ist die Johanniter-Unfallhilfe schon in den Startlöchern, um die Staffel zu übernehmen. "Es gab dafür keine Ausschreibung, die Johanniter haben von vorneherein ihr Interesse bekundet", erläuterte Hildwein auf Nachfrage. So übernimmt die Hilfsoganisation die Jugendsozialarbeiter an zwölf Schulen - eigentlich waren es bislang elf, aber die Grundschule Neunburg vorm Wald möchte auch einen Sozialarbeiter, was vom Ausschuss diese Woche genehmigt wurde, wenn auch nur mit einer halben Stelle.

"Der Landkreis Schwandorf möchte die Jugendsozialarbeit an Schulen sowohl aus fachlichen wie auch aus finanziellen Gründen weiterhin mit Trägern der freien Jugendhilfe organisieren", betonte der Jugendhilfeausschuss noch einmal.

SAD mal anders

Dass man das Autokennzeichen SAD auch mit den Worten "Scheäih is A Dahoam" ausdeuten kann, machte Jugendpfleger Stefan Kuhn deutlich. Er legte dem Ausschuss ein Heft vor, in dem es in Bildern und Texten es genau darum ging. Es war das Ergebnis eines Projekts mit jungen Leuten, das sich durchaus sehen lassen konnte.

Mediennutzung, Handy, Computer und Internet hätten die Kommunikationsformen der Heranwachsenden stark verändert, hieß es: "Dennoch sind Orte, an denen Begegnung leibhaftig stattfindet, nach wie vor zentral für Identitätsfindung."

Das Projekt "Scheäih is A Dahoam" gründet auf dem "Netzwerk Jugendarbeit im Landkreis Schwandorf", einem breiten Zusammenschluss. Es gibt ihn seit 2007 und sein Ziel ist es, schwierige Jugendthemen zu popularisieren durch Infoveranstaltungen, Workshops und andere Angebote.

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