26.02.2018 - 16:40 Uhr
Schwandorf

Oberbürgermeister und Wasserwirtschaftsamt unterzeichnen Planungsvereinbarung Schutz vor Hochwasser

Der Stadtrat hat das "Ja" zu einem Großprojekt bereits gegeben, jetzt ist der Vertrag unter Dach und Fach. Oberbürgermeister Andreas Feller und der Chef des Wasserwirtschaftsamtes, Mathias Rosenmüller, unterzeichneten die Planungsvereinbarung zum Hochwasserschutz.

Oberbürgermeister Feller und Leitender Baudirektor Mathias Rosenmüller (von rechts) unterzeichnen im Beisein des Abteilungsleiters am Wasserwirtschaftsamt für den Landkreis Schwandorf, Manuel Schlegel, die Planungsvereinbarung. Bild: exb
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

In der Vereinbarung seien die Kostenteilung sowie die jeweiligen Aufgaben beider Parteien für den Planungsprozess bis zum Wasserrechtsverfahren geregelt, teilte das Wasserwirtschaftsamt mit. Die Gesamtkosten für Deiche, Mauern, Pumpwerke und weitere Anlagen hatten Vertreter des Amtes bei der Vorstellung im Stadtrat auf etwa 23 Millionen Euro geschätzt. Die Stadt kann ihren Anteil allerdings unbar einbringen - in dem sie auf 100 Jahre Unterhaltsleistungen an den Anlagen übernimmt.

Die Zuständigkeit für die Errichtung der Hochwasserschutzmaßnahmen an der Naab liegt beim Wasserwirtschaftsamt Weiden. Die Stadt Schwandorf ist als "Vorteilsziehender" nach dem Gesetz an den Kosten beteiligt. Zunächst geht es an die Planung. Die Kosten dafür sind auf etwa 1,5 Millionen Euro taxiert. 35 Prozent davon, also gut 500 000 Euro, entfallen auf die Stadt. Der Schwandorfer Stadtrat hat sich am 23. Oktober 2017 für eine Beteiligung ausgesprochen.

Die Planung beinhaltet den Hochwasserschutz für alle auf dem Stadtgebiet von Schwandorf von möglichem Naab-Hochwasser betroffenen Stadtteile. Das sind Fronberg, Krondorf, Ettmannsdorf, Dachelhofen, Büchelkühn und Klardorf.

Der Hochwasserschutz Schwandorf ist Teil des "Naabtalplans", durch den bei einem hundertjährlichen Hochwasser (HQ100) nach überschlägiger Ermittlung rund 13 500 Einwohner und rund 1850 Arbeitsplätze geschützt werden sollen. Das Schadenspotential sehen die Experten bei 200 Millionen Euro. Die Investition lohnt also.

Die Hochwasser der vergangenen Jahre hätten deutlich aufgezeigt, wie wichtig ein effektiver Hochwasserschutz ist, teilt das Wasserwirtschaftsamt mit. Die Stadt erhofft sich durch die Schutzmaßnahmen auch, Flächenpotenziale zu gewinnen. Grundstücke, die bislang im "HQ-100"- Bereich liegen und nicht bebaut werden können, könnten dann nutzbar werden.

Bis die Maßnahmen realisiert sind, wird aber noch einiges Wasser die Naab hinunterlaufen: Das Wasserwirtschaftsamt rechnet mit einer Fertigstellung bis etwa 2030.

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