21.03.2018 - 20:00 Uhr
Schwandorf

Pläne gegen Platznot auf dem Berg

Auf dem Nabburger Schulberg ist der Platz knapp. Ein möglicher Umzug der Berufsschul-Außenstelle an den Hauptstandort Schwandorf, um so nötigen Platz für das Sonderpädagogische Förderzentrum zu schaffen, ist aber nun vom Tisch - aus mehreren Gründen.

Auf dem Nabburger Schulberg herrscht akute Platznot. Ein Umzug der Außenstelle der Berufsschule nach Schwandorf kommt als Lösungsmöglichkeit aber nicht mehr in Frage. Bild: akp
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Die Idee kam bei der Sitzung des Landkreis-Bauausschusses im Februar: Angesichts der großen Platzprobleme für das Sonderpädagogische Förderzentrum in Nabburg wurde vorgeschlagen, zu überprüfen, ob die Außenstelle des Beruflichen Schulzentrums auf dem Schulberg eventuell nach Schwandorf verlegt werden könnte. Dadurch würden Räume frei, die wiederum das Förderzentrum nutzen könnte.

Die Verwaltung wurde daraufhin beauftragt, zu ermitteln, ob eine Zusammenlegung der Berufsschule in Schwandorf überhaupt umsetzbar wäre und wie viel ein kompletter Neubau des Sonderpädagogischen Förderzentrums etwa kosten würde.

30 Prozent mehr Schüler

Wie bei der Sitzung des Bauausschusses des Landkreises am Mittwochnachmittag zu hören war, wurden Überlegungen über die Zukunft der Außenstellen des Beruflichen Schulzentrums bereits im Jahr 2009 geführt. Damals ging es um die anstehende Sanierung der Schule in der Großen Kreisstadt. Bereits vor neun Jahren wurde aber klar, dass eine Verlagerung der Außenstelle Nabburg aus Platz- und Kostengründen nicht möglich wäre. An diesem Ergebnis hat auch die neuerliche Überprüfung in diesem Jahr nichts geändert.

Zur Verdeutlichung: Am Standort in Nabburg wurden im vergangenen Schuljahr 571 Schüler unterrichtet, in Schwandorf ohne Fachober- und Berufsoberschule 1828. Bei einem Umzug nach Schwandorf würde die Schülerzahl in der Großen Kreisstadt um etwa 30 Prozent steigen. Für diese müssten dann natürlich auch Räume und die zugehörigen Werkstätten geschaffen werden. Anhand einer Übersicht schilderte Michaela Gottmeier, Sachgebietsleiterin Hochbau am Landratsamt, dem Bauausschuss das Problem, den benötigten Platz auf dem Gelände des Beruflichen Schulzentrums in Schwandorf zu schaffen. "Es macht Sinn zu sagen: Die Berufsschule in Nabburg bleibt, wo sie ist", betonte Landrat Thomas Ebeling angesichts dessen.

Zumindest ein akutes Platzproblem für das Sonderpädagogische Förderzentrum wurde aus der Welt geschafft: Nachdem die Stadt Nabburg drei Räume, die die Schule in der Mittelschule genutzt hat, gekündigt hat (wir berichteten), gibt es eine Lösung: Zwei Zimmer der Ganztagsbetreuung des Gymnasiums - nicht die Mensa - ziehen in das Gymnasium zurück, und die Berufsschule stellt dem Förderzentrum einen Raum zur Verfügung.

Hohe Kosten für Neubau

Würde das Sonderpädagogische Förderzentrum komplett neu gebaut, kämen laut Berechnung der Verwaltung zwischen 8,7 und 9,2 Millionen Euro an Kosten auf den Landkreis zu. Hinzu kämen mindestens weitere 1,9 Millionen Euro für eine Einfachsporthalle sowie weiteres Geld zum Beispiel für Parkplätze oder Pausenbereiche.

Der Raumbedarf des Förderzentrums könnte voraussichtlich aber auch über eine Erweiterung und eine Aufstockung im Bereich des jetzigen Schulgebäudes gedeckt werden. Zu diesem Ergebnis kam zumindest eine Überprüfung im Vorfeld eines Architektenwettbewerbs (wir berichteten). Genau in diese Richtung soll die Reise nun gehen: Der Bauausschuss beschloss einstimmig, ein EU-Vergabeverfahren für die Architekten-Suche zu starten.

Es macht Sinn zu sagen: Die Berufsschule in Nabburg bleibt, wo sie ist.Landrat Thomas Ebeling

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