08.02.2018 - 20:30 Uhr
Schwandorf

Planfeststellungsbeschluss für Länderbahn-Werk Längerer Betrieb unter Auflagen

Das Betriebswerk der Länderbahn kann künftig länger arbeiten - unter einigen Auflagen. Die Regierung und Mittelfranken hat diese in einen Planfeststellungsbeschluss gegossen.

Im Betriebswerk der Länderbahn im Gleisdreieck kann künftig unter Auflagen länger gearbeitet werden. Die Regierung von Mittelfranken erließ einen entsprechenden Planfeststellungsbeschluss. Bild: Hösamer
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Die Erweiterung der Betriebszeiten im Gleisdreieck hatte Anlieger auf den Plan gerufen und war auch Thema im Stadtrat. Beim Bau des Werks waren die Arbeitszeiten auf werktags 7 bis 20 Uhr festgelegt worden, mit Ausnahmen für Notfälle. Beim Erörterungstermin Anfang Dezember hatte der damalige Länderbahn-Geschäftsführer Gerhard Knöbel klargestellt, dass das Betriebswerk flexibler werden müsse: "Wir brauchen einen geregelten Zweischichtbetrieb von 6 bis 22 Uhr". Das Unternehmen habe kein Interesse an Nachtschichten.

Bereits Ende 2014 hatte die Länderbahn die Erweiterung beantragt. Die Regierung von Mittelfranken als zuständige Behörde hatte eine weitere schalltechnische Untersuchung gefordert, die die Länderbahn im September 2017 vorlegte.

Die Auflagen im Planfeststellungsbeschluss vom 31. Januar diesen Jahren sehen unter anderem bauliche Maßnahmen vor. So müssen an der Werkhalle am Osttor 1 und am Westtor 1 zusätzliche, 5,20 Meter hohe Einhausungen angebracht werden, bevor der geplante Einsatz einer "Unterflurradsatzdrehmaschine" zulässig ist. Auch an der Tankstelle ist ein Lärmschutz vorzusehen. Gleich auf 88 Metern Länge ist eine Schutzwand südlich des Gleises 5 im Gelände zu errichten. Außerdem wird am Westtor der Waschhalle eine Einhausung vorgeschrieben.

Wartungs- und Reparaturarbeiten sind während bestimmter Zeiten auch werktags nur innerhalb der Werkhalle erlaubt. Nachts und an Sonn- und Feiertagen gelten dafür noch strengere Regeln. Die Zugbewegungen während der Nachtzeit (22 bis 6 Uhr) sowie an Sonn- und Feiertagen bleiben eingeschränkt, ebenso die Nutzung der Waschanlage. Auch der Einsatz von Staplern ist reglementiert. Der Länderbahn wird im Planfeststellungsbeschluss aufgegeben, ein sehr detailliertes "Betriebstagebuch Lärmschutz" zu führen. Das soll die Einhaltung der Vorgaben dokumentieren. Anlieger hatten beim Erörterungstermin eine Videoüberwachung des Betriebs beantragt. Die steht laut Feststellungsbeschluss noch im Raum, sollte sich "der Vollzug der betrieblichen Lärmschutzmaßnahmen auf Grundlage des ,Betriebstagebuchs Lärmschutz' nicht bewähren", heißt es im Feststellungsbeschluss.

Der Planfeststellungsbeschluss wird vom 14. Februar bis zum 1. März im Rathaus (Zimmer E 29) öffentlich ausgelegt. Im Internet sind die Unterlagen auf den Seiten der Regierung von Mittelfranken abrufbar. Gegen den Beschluss ist die Klage vor dem Verwaltungsgericht Regensburg möglich. (Die Redaktion der Oberpfalz-Medien hat sich mit einigen Fragen an die Länderbahn gewandt. Eine Stellungnahme ging bis zum Redaktionsschluss am Donnerstag nicht ein.)

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Weitere Informationen:

www.regierung.mittelfranken.bayern.de/aufg_abt/abt4/abt32004_Beschluss_planfeststellung_Schwandorf_BBW.htm

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