22.01.2016 - 17:36 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Planungsausschuss berät über Ostbayernring Erdverkabelung bleibt Wunsch

Die Stadtverwaltung setzt darauf, den Ersatzneubau des Ostbayernrings auf der bestehenden Trasse im Naabtal zu realisieren. Erste Priorität in einem Forderungskatalog, der zum Raumordnungsverfahren eingereicht werden soll, hat aber die Erdverkabelung. Der Planungsausschuss ließ am Donnerstag die Entscheidung noch offen.

Stadtplanerin Sabine Pollinger (von rechts, mit OB Andreas Feller und Rechtsdirektor Herbert Peter) erläuterte rund zwei Stunden lang Punkt für Punkt die Einschätzungen der Verwaltung zu den einzelnen Trassen.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Punkt für Punkt erläuterte Stadtplanerin Sabine Pollinger dem Planungsausschuss am Donnerstag in der Spitalkirche vor etwa 30 Zuhörern die Vor- und Nachteile der einzelnen Trassen aus städte- und landschaftsplanerischer Sicht vor. Mit einem recht eindeutigen Ergebnis: Trotz der Engstelle in der Flutmulde in Ettmannsdorf und weiteren kritischen Punkten wäre der Weg entlang des bestehenden Ostbayernrings zwar bei weitem nicht ideal, aber noch mit den wenigsten Problemen behaftet. Vorausgesetzt, dass die derzeit auf weiten Strecken parallel verlaufende 110-kV-Leitung des Bayernwerks mit auf der neuen Trasse geführt wird. Das würde nochmal zu höheren Masten - statt bis zu 62 Meter dann bis zu 67 Meter - bedeuten.

Gögglbach "umzingelt"

Die vorgeschlagenen Trassen auf dem Höhenzug im Westen würden aus Sicht der Stadtplanung vor allem die Entwicklungsmöglichkeiten Schwandorfs arg beschneiden. Im Naabtal ist die Ausweisung von Wohnbau- oder Gewerbegebieten durch die Hochwasserlinien und Verkehrsachsen stark eingeschränkt. Ein Problem, auf das der Stadtrat mit der Ausweisung von Potenzialflächen beispielsweise in Kreith reagiert hat. Die Trassen im Westen würden an diese Flächen nahe heranrücken. Gögglbach würde von Leitungen "umzingelt", das Erweiterungspotenzial von "Horsch" eingeschränkt. Von der optischen Beeinträchtigung des Landschaftsbildes ganz zu schweigen. Landschaftsplanerin Sigrid Ziesel (Büro WGF) zeigte die Auswirkungen anhand von Fotomontagen. Bleibt: Die bestehende Trasse.

"Egal, wie wir entscheiden, wir werden uns da oder dort keine Freunde machen," sagte CSU-Fraktionsschef Andreas Wopperer. Er schlug vor, für jede der vorgeschlagenen Trassen Optimierungsvorschläge und Bedingungen an die Regierung weiter zu leiten. Gleiches forderte SPD-Ausschusssprecher Manfred Schüller. Er zitierte eine von Bayern initiierte Bundesrats-Entschließung vom Dezember, die explizit auf die Erdverkabelung des Ostbayernrings zielt. Allein: In ein Gesetz gegossen ist das nicht, bislang sieht Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) "keine Chance" für die Erdverkabelung. Sie würde mit einem Schlag viele Probleme lösen, vor allem in Ettmannsdorf, wo die Trasse des Ostbayernrings sehr nahe an die Bebauung heranrückt.

Marion Juniec-Möller sah in der Entscheidung über die Trassen die Wahl zwischen "Pest und Cholera". Die Belastung im Naabtal werde wachsen, dagegen stehen erhebliche Waldflächen, die bei einer Führung des Ostbayernrings über den Höhenzug gerodet werden müssten. Wäre der Ostbayernring kein Ersatz-, sondern ein kompletter Neubau, dann wäre er aus Sicht Juniec-Möllers "heute nie und nimmer genehmigungsfähig".

Egal, wie wir entscheiden, wir werden uns da oder dort keine Freunde machen.CSU-Fraktionsvorsitzender Andreas Wopperer

Frist bis 29. Januar

Der Ausschuss vertagte die Entscheidung über die Stellungnahme, weil erst zum Sitzungstermin am Donnerstag weitere Unterlagen nachgereicht wurden. Nun ist der Stadtrat gefragt: Bei der Sitzung am Montag, 25. Januar (18 Uhr, Veranstaltungsraum in der Oberpfalzhalle) muss eine Entscheidung fallen. Die Frist für Stellungnahmen an die Regierung endet am 29. Januar.

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