21.02.2018 - 20:00 Uhr
Schwandorf

Planungsausschuss billigt Vorhaben Wohnanlage auf Stelzen

Bis zu 70 neue Mietwohnungen sollen an der Ettmannsdorfer-, Ecke Nariskerstraße entstehen. Der Bauherr - die "Moses Mendelssohn Vermögensverwaltung" (MMV) setzt bei der Finanzierung auf die "Einkommensorientierte Förderung" (EOF). Der Planungsausschuss billigt das Vorhaben.

5500 Quadratmeter ist das Grundstück zwischen Nariskerstraße (links) und Ettmannsdorfer Straße groß, auf dem die Wohnanlage entstehen soll. Zur Orientierung: Das gelbe Haus in der Mitte hinter den Bäumen gehört zur Naabresidenz. Bild: Hösamer
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Architekt Ferdinand Weber und die Vertreter der MMV, Julia Heilmann und Thorsten Stöter, stellten das Projekt dem Ausschuss am Dienstag vor. Auf dem freien Grundstück schräg gegenüber der "Naab-Residenz" sollen fünf miteinander verbundene Baukörper mit drei bis fünf Geschossen entstehen. Das Grundstück liegt im Bereich eines 100-jährigen Hochwassers. Um diesen Problemen zu entgehen und auch die notwendigen Stellplätze auf dem Grundstück nachweisen zu können, werden die Gebäude nicht unterkellert und auf Stelzen stehen. Im Erdgeschoss werden Parkplätze, Räume für die Haustechnik und Lagerräume für die Mieter eingerichtet.

Die "Einkommensorientierte Förderung" muss eng mit den zuständigen Stellen der Regierung abgesprochen werden. So wird zum Beispiel erst ermittelt, für welche Wohnungsgrößen Bedarf besteht. Danach richten sich dann die weiteren Planungen. Die Zahl der Wohnungen, die in den Gebäuden untergebracht werden können, steht deshalb noch nicht genau fest und werde zwischen 65 und 70 liegen, so Stöter.

Vier Bauten werden ein "L" zur Narisker- und zur Ettmannsdorfer Straße hin bilden, der fünfte Bau im dann umschlossenen Innenbereich des 5500 Quadratmeter großen Grundstücks entstehen. Die Höhen der Gebäude sind nach Ansicht der Planer so abgestuft, dass sich die Wohnblöcke in die Nachbarschaft einfügen.

Baudirektor Reinhard Schade empfahl dem Planungsausschuss, das Projekt ohne eigenen Bebauungsplan als Einzelbauvorhaben zu behandeln. Das billigte der Ausschuss einhellig.

Manfred Schüller (SPD) warf einen Blick auf die EOF und verwies darauf, dass nach den geltenden Einkommensgrenzen (für Paare bis zu etwa 63 000 Euro brutto im Jahr) rund 60 Prozent der bayerischen Bevölkerung Anspruch auf eine EOF-geförderte Wohnung hätten. Es gehe also um geförderten Wohnraum, der nicht nur den sozial Schwächsten vorbehalten sei. "Wir kennen die Vorurteile, deshalb spreche ich das an", sagte Schüller. Der Bedarf sei da. Nachdem die Stadt nicht selbst als Bauherr auftrete, sei man auf Investoren angewiesen, sagte Schüller und verwies auf den SPD-Antrag, eine städtische Wohnbaugesellschaft zu gründen. "Der Bedarf ist da, keine Frage", signalisierte auch Andreas Wopperer für die CSU Zustimmung. Außerdem sei es wünschenswert, dass die Brache an der Ettmannsdorfer Straße aufgefüllt werde.

Die Zuteilung der Wohnungen richtet sich auch nach Einkommensgruppen, ergänzte Heilmann von der MMV. Die Richtlinien sehen komplette Barrierefreiheit vor. Die Moses Mendelssohn Vermögensverwaltung (MMV) ist eine 100-prozentige Tochter der Moses Mendelssohn Stiftung. Die MMV hält ihrerseits 50 Prozent der Aktien der GBI AG, (Gesellschaft für Beteiligungen und Immobilienentwicklungen). Die GBI ist im Wohnungsbau, aber unter anderem auch im Hotelmarkt aktiv.

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