11.09.2017 - 20:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Podiumsdieskussion in der Naab-Resindenz Viele Pflegekräfte fehlen

Joachim Görtz prognostiziert in der Pflege einen Fachkräftemangel ungeahnten Ausmaßes. "In München fehlen schon jetzt über 4000 Pflegekräfte", sagte der Leiter der Landesgeschäftsstelle im Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste bei einer Podiumsdiskussion am Donnerstag in der Naab-Residenz.

Die Politiker Karl Holmeier, Josef Fries, Dr. Stefan Scheingraber, Frank Aumeier und Tina Winklmann (von links) waren sich einig: "Die Pflegeberufe müssen aufgewertet werden". Bild: Hirsch
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Bis zum Jahr 2030 rechnet er in Deutschland mit "3,5 bis vier Millionen Pflegebedürftigen". Gleichzeitig würden dann vermutlich eine halbe Million Pflegekräfte fehlen. Joachim Görtz kritisierte die Privilegien der kirchlichen und kommunalen Seniorenheime. Das verzerre den "fairen Wettbewerb", so der Vertreter der privaten Einrichtungen.

Alexander Bhatti, Personalchef von "almavita", dem Träger der Naab-Residenz, moderierte die Diskussion mit Vertretern der Politik, der Verbände, Bewohner und Angehöriger. Auch er wünscht sich "einen Wettbewerb auf Augenhöhe und eine Gleichstellung der privaten Träger mit den kommunalen und kirchlichen". Die Versprechen der politischen Parteien, die Pflegeberufe aufwerten zu wollen, empfindet Alexander Bhatti als "Lippenbekenntnis, solange sie dem drohenden Fachkräftemangel nicht tatsächlich gegensteuern". Ohne die Anwerbung ausländischer Kräfte werde es nicht gehen, ist der Personalleiter des privaten Trägers "almavita" überzeugt. Was wollen die politischen Parteien zur Stärkung der Pflege unternehmen? Josef Fries (FDP), Frank Aumeier (Freie Wähler) und Tina Winklmann (Grüne) sind mit Alexander Bhatti der Meinung, "dass die Pflegeberufe eine Aufwertung erfahren müssen". Karl Holmeier (CSU) wünscht sich weiterhin "einen Wettbewerb unter den Anbietern". Dr. Stefan Scheingraber (ÖDP) wies auf den wachsenden Pflegebedarf hin und betonte: "Wir brauchen alle Anbieter, ob kommunal, kirchlich oder privat". Er plädierte für eine Akademisierung der Pflegeberufe und damit eine Aufwertung. Auch SPD-Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder war zu der Diskussion geladen, musste aber aus terminlichen Gründen absagen.

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