05.12.2017 - 18:10 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Projekt "Kunstrasenplatz" beim Bürgerhaushalt zu ungenau definiert Sieg für ein Missverständnis

Die erste Runde des Bürgerhaushalts hätte wirklich besser laufen können. Ausgerechnet beim Abstimmungssieger, einem Kunstrasen-Sportplatz, gab es wohl ein Missverständnis. Ob mit dem Platz ein Mini-Spielfeld (13 mal 20 Meter) oder ein "richtiger" Fußballplatz mit Turniermaßen gemeint war, ging aus dem Abstimmungsvorschlag nicht eindeutig hervor. Entsprechend hatten wohl viele Fußballer für den Platz gestimmt in der Ansicht, es handle sich um ein Turnierfeld. Und genauso andere Schwandorfer, die sich eher einen Ganzjahres-Bolzplatz gewünscht hatten.

Der Hauptausschuss tagte am Montag im Konrad-Max-Kunz-Saal, weil wegen der Entscheidung über den Bürgerhaushalt mit vielen Besuchern gerechnet wurde. Die blieben aus. Bild: Hösamer
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Das jedenfalls ergibt sich aus den Diskussionen in sozialen Netzwerken. Da wird auch die Enttäuschung darüber laut, dass der "Abstimmungssieger" mit 149 Stimmen jetzt gar nicht zum Zuge kommt, wie der Hauptausschuss am Montag beschloss. Eben aus dem Grund, dass sich die Sportler mehr erwarten würden. Ein großes Spielfeld würde aber wohl mindestens eine halbe Million Euro kosten - deutlich mehr als die 100 000 Euro, die im Bürgerhaushalt zur Verfügung stehen. Für die jetzt beschlossenen Projekte wie die Sanierung des Schwammerlings gibt's aber auch durchaus Lob im Netz.

Großer Platz gewünscht

Dieter Jäger (FW), bei der FT Eintracht engagiert, hatte argumentiert, dass sich viele der 150 "Kunstrasenfans" einen großen Platz gewünscht hätten. Am besten als zentrale Lösung für alle Vereine, eventuell beim Sepp-Simon-Stadion. Franz Schindler (SPD) hatte auf das mögliche Missverständnis hingewiesen, Kurt Mieschala (UW) aus Sicht des FC Schwandorf und des SC Ettmannsdorf beigepflichtet. Ebenso Thomas Fink, der als Vorsitzender des Stadtverbands für Sport bei der Sitzung im Kunz-Saal um eine Stellungnahme gebeten wurde.

Insgesamt wurden knapp 700 Stimmen für die 34 ausgewählten Projekte abgegeben. Für Andreas Wopperer durchaus ein Erfolg, weil auch Vorschläge zur Sprache kamen, die im Tagesgeschäft wohl nicht aufs Tapet gekommen wären.

Überschaubare Anzahl an Stimmen

Angesichts von rund 29 400 abstimmungsberechtigten Einwohnern sind 700 Stimmen eine überschaubare Zahl. Wohl auch deshalb brachte Andreas Wopperer ins Spiel, bei einer Fortführung des Bürgerhaushalts über die Einführung eines Quorums nachzudenken. Er regte an, die Abstimmungs-Möglichkeit im Internet zu vereinfachen.

Zumindest im kommenden Jahr soll der Bürgerhaushalt noch einmal aufgelegt werden. Dieter Jäger beantragte, dann 250 000 Euro als Budget im Haushalt bereit zu stellen, fand aber nur in Alfred Damm (ÖDP) einen Mitstreiter. Die Schwandorfer können also im kommenden Jahr wieder über Projekte für 100 000 Euro abstimmen, die dann 2019 verwirklicht werden .

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