23.02.2018 - 20:00 Uhr
Schwandorf

Schriftverkehr zwischen Stadtbrandinspektor und dem OB Debatte mit der Feuerwehr

Brauchen die neuen Wechsellader-Fahrzeuge der städtischen Feuerwehr permanenten Allradantrieb? Um diese und andere Fragen dreht sich ein Schriftverkehr zwischen Oberbürgermeister und Stadtbrandinspektor, dessen Inhalt Stadträtin Sandra Gierl (SPD) im Hauptausschuss ansprach. Streit mit der Wehr, so ihre Ansicht, sei zu vermeiden.

von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Das neue Fahrzeugkonzept der Wehr sieht vor, einige Einsatzwagen künftig durch ein Wechsellader-System zu ersetzen. Die Lastwagen können je nach Einsatzart mit verschiedenen Containern beladen werden. Die Technik funktioniert wie bei Schütt-Containern, wie sie etwa Entsorgungsunternehmen nutzen.

So weit, so gut, möchte man meinen. Der Hauptausschuss hatte das Konzept nach einer Vorstellung durch Stadtbrandinspektor Helmut Mösbauer im vergangenen Jahr gebilligt. Im Detail gibt es aber durchaus unterschiedliche Ansichten über die Trägerfahrzeuge. Die Feuerwehr setzt auf permanenten Allradantrieb, an einem der beiden Träger-Lkw sollte ein Kran vorhanden sein.

Das macht Mösbauer in einem Schreiben an Andreas Feller deutlich, das auch den Stadträten zuging und das der OB nach der Sitzung am Mittwoch der Presse zuleitete. Samt seiner Antwort. Gegen den Allradantrieb spricht laut Feller vor allem eines: Die Einfahrtshöhe des Feuerwehrhauses sind zu niedrig. Allradfahrgestelle seien bis zu 20 Zentimeter höher als Straßenfahrgestelle. Zwischen aufgelastetem Container und Tor müssten 20 Zentimeter Raum bleiben, das sei in den Fördervorgaben der Regierung so vorgesehen. Die 3,63 Meter am Schwandorfer Gerätehaus reichen da nicht.

Die Verwaltung spricht sich deshalb für Lkw mit einem hydrostatischen Antrieb aus, einem zuschaltbaren "Allrad". Diverse Firmen hätten damit gute Erfahrungen. Die Feuerwehr dagegen hält wenig von diesem System. Es sei lediglich eine Anfahrhilfe. OB Feller teilte Mösbauer schriftlich mit, dass die Ausschreibung ohne permanenten Allradantrieb erfolgen werde.

Der Ton in beiden Schreiben ist teils relativ scharf. Gierl sagte, ein Streit zwischen Rathaus und Feuerwehr sei kontraproduktiv, es müssten gemeinsam Lösungen gefunden werden. "Ich will hier nicht in die Ecke gestellt werden, ich hätte nichts für die Feuerwehren übrig", sagte Feller im Hauptausschuss. Es gebe keinen Streit mit der Feuerwehr, betonte der OB ausdrücklich. Andreas Wopperer (CSU) warf Gierl vor, "Krawall veranstalten" zu wollen. Genau das wolle sie nicht, sagte Gierl, ihr sei an einem guten Verhältnis zur Feuerwehr gelegen. Das Fahrzeugkonzept will Feller bei einem Pressetermin am Dienstag noch einmal vorstellen.

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