22.06.2017 - 20:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Schulausschuss un "Industrie 4.0" Räte bejahen Pilotprojekt

"Industrie 4.0"-Technologien befinden sich in Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie auf dem Vormarsch. Berufsschulen müssen gerüstet sein für die Herausforderungen, die die Digitalisierung mit sich bringt. Der Landkreis will helfen, dass die Schüler in der Region mit den Neuerungen fertig werden.

Um "Industrie 4.0" zu lernen, müssen Schüler an der Schwandorfer Berufsschule künftig auch steuerungstechnische Systeme installieren. Bild: war
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

"Industrie 4.0" wird von Politik, Wirtschaft und Verbänden als vierte industrielle Revolution angesehen, obgleich sich die technologische Entwicklung und Durchdringung in der Arbeitswelt noch in den Anfängen befindet. Die Bundesregierung hat "Industrie 4.0" als Zukunftsprojekt in ihren Aktionsplan zur Hightech-Strategie aufgenommen und fördert die Entwicklung sogenannter Cyber-Physischer-Systeme (CPS). "Die Verzahnung zwischen physischer und virtueller Welt in CPS, in der Produkte über bisherige Anwendungsgrenzen hinweg miteinander handeln, führt zu neuen Produktionsprozessen", sagte Jochen Sobota bei einem Vortrag im Schulausschuss des Kreistags. Sobota ist stellvertretender Fachbereichsleiter der Abteilung Metalltechnik der Berufsschule in Schwandorf. Er war mit seinem Kollegen Alois Meyer und Schulleiter Ralf Bormann zum Ausschuss gekommen, weil die Schule für ein Pilotprojekt Geld vom Landkreis braucht.

Dieses Pilotprojekt, für das pro Regierungsbezirk nur zwei Schulen ausgesucht wurden, wird zur Hälfte vom Bayerischen Kultusministerium finanziert. Die andere Hälfte muss der jeweilige Landkreis zuschießen. Ziel ist, der Berufsschule zu ermöglichen, ihre technische Ausstattung an die realen Industriestandards anzupassen.

Laut Sobota betrifft "Industrie 4.0" vor allem die Bereiche Maschinenbau und Elektrotechnik. An der Berufsschule sind das die Fächer Industriemechaniker, denen Automatisierungstechnik unterrichtet wird, Feinwerkmechaniker (Automatisierungstechnik, sowie Montage und Inbetriebnahme) und Zerspanungsmechaniker (Instandhaltung). In den Genuss der neuen Unterrichtsstoffe kommen 30 bis 40 Schüler pro Fach und Lehrgang, alles in allem 325 junge Leute (die Zahlen beziehen sich auf das laufende Schuljahr).

Als Kosten wurden dem Ausschuss für Grundausstattung 48 253 Euro, für Fluidtechnik 71 740 Euro, für SPS 17 713 Euro und für Robotik 62 776 Euro präsentiert - insgesamt 200 483 Euro. Dazu kommen die Software für die didaktische Umsetzung (6055 Euro) und bauliche Maßnahmen mit geschätzt 10 000 Euro. So dass die Ausstattung auf "Industrie 4.0"-Level mit 216 539 Euro zu Buche schlagen wird. 112 000 Euro kommen davon als Zuschuss vom Freistaat, den Rest trägt der Landkreis, nachdem sich die Ausschussmitglieder am Dienstag einstimmig dafür aussprachen.

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