12.09.2017 - 16:40 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Sitzungssaal: Kreistag entscheidet

Seit Jahrzehnten tagt der Kreistag im Kantinenbereich des Landratsamts. Diese Zeiten könnten bald vorbei sein: Im Zuge der Erweiterung der Behörde bestünde die Möglichkeit, einen neuen Sitzungssaal zu bauen. Eine Entscheidung traf der Bauausschuss des Landkreises abermals nicht - aus zwei Gründen.

Entlang der Schwimmbadstraße entsteht der Erweiterungsbau des Landratsamtes. Ob er auch einen neuen Sitzungssaal beinhaltet, entscheidet der Kreistag voraussichtlich im Dezember. Bild: Tietz
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Momentan sind mehrere Abteilungen des Landratsamtes in anderen Gebäuden untergebracht, weil das derzeitige Behördengebäude zu klein geworden ist. Um wieder alle Beschäftigten unter einem Dach unterzubringen, ist ein Erweiterungsbau entlang der Schwimmbadstraße vorgesehen, in dem 71 Arbeitsplätze entstehen sollen (wir berichteten). Darüber herrscht breite Einigkeit. Im Raum steht bislang noch die Frage, ob der etwa 3,66 Millionen Euro teure Bau noch durch einen neuen Sitzungssaal ergänzt wird. Die Kosten dafür belaufen sich auf etwa 1,73 Millionen Euro.

Das Thema stand bereits auf der Tagesordnung  im Kreis-Bauausschuss. Bei einer weiteren Sitzung des Gremiums am Dienstag sollte nun eigentlich eine endgültige Entscheidung über den Sitzungssaal fallen. In der Zwischenzeit erreichte das Landratsamt aber ein Schreiben von Rudolf Sommer (Bündnis 90/Die Grünen). Er beantragte, den gesamten Erweiterungsbau aus ökologischen Gründen in Holzbauweise auszuführen. "Durchaus positiv" sah Landrat Thomas Ebeling diesen Vorstoß bei der Sitzung am Dienstag. Er wies aber auf den Zeitverlust hin, den die Beauftragung eines Planers verursachen würde. Die wäre aber nötig, um genaue Kosten für die Holzbauweise ermitteln zu können und sie dann der bisherigen Planung gegenüberzustellen. Zustimmung erhielt Ebeling von der CSU-Fraktion. Auch deren Sprecher Georg Butz machte darauf aufmerksam, dass dieser Antrag zum jetzigen Zeitpunkt der fortgeschrittenen Planung etwas spät komme. Als Kompromiss schlug er vor, den Erweiterungsbau wie bisher in konventioneller Weise weiterzuplanen, aber einen möglichen Sitzungssaal in Holzbauweise vorzusehen. Skeptische Töne kamen aus den Reihen der Sozialdemokraten: Siegfried Damm sprach sich dafür aus, den Kreistag über den Sitzungssaal entscheiden zu lassen. "Wenn es um Räumlichkeiten für den Kreistag in seiner Gesamtheit geht, sollte auch der Kreistag in seiner Gesamtheit darüber entscheiden", stimmte auch sein Fraktionskollege Karl Bley dafür, die Entscheidung auf mehrere Schultern zu verteilen.

Johann Eckl (Freie Wähler) pflichtete generell dem Vorschlag von Georg Butz bei, sprach sich aber auch dafür aus, die Entscheidung über den Sitzungssaal den Kreistag treffen zu lassen. Alfred Damm (ÖDP) betonte: "Ich bin grundsätzlich dafür, dass der Saal gebaut wird". Er ergänzte: Der Bauausschuss könne über eine Maßnahme mit diesem Kostenvolumen selber entscheiden. Auf eine weitere Gefahr wies Georg Butz hin: "Wir werden kein Büro finden", meinte er, dass eine Kostenschätzung für die Holzbauweise wegen der guten Auftragslage nicht in kurzer Zeit einzuholen sein werde. Michaela Gottmeier, Sachgebietsleiterin für den Hochbau am Landratsamt, sah das auch so: Frühestens zur Dezember-Sitzung des Kreistages könnte eine Kostenprognose vorliegen, prognostizierte sie.

Der Ausschuss verständigte sich schließlich darauf, schnellstmöglich die Kosten für die Holzständerbauweise ermitteln zu lassen. Im Dezember kommt die Entscheidung darüber sowie die Abstimmung über den neuen Sitzungssaal auf die Tagesordnung der Kreistagssitzung.

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