17.10.2017 - 16:02 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Tonwarenfabrikgelände Efeu und ein Ideen-Wettbewerb

Die Gestaltung des Tonwarenfabrikgeländes ist seit Jahren Thema. Auch im Planungsausschuss am Montag diskutierten die Kommunalpolitiker emotional über das weitere Vorgehen. Kurt Mieschala (UW-Fraktion) sprach gar vor einem "Rumgeeiere".

Der Kreisverkehr im Tonwarenfabrikgelände soll umgestaltet werden. Dazu wird es einen Ideen-Wettbewerb geben, beschloss der Planungsausschuss. Bilder: Hösamer (2)
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Stadtplanerin Sabine Pollinger brachte es bei der Sitzung auf den Punkt: "In der Öffentlichkeit wird vermehrt die schlechte Gestaltung des ehemaligen Tonwarenfabrikareals kritisiert." Dass sich was tun muss, darüber sind sich alle einig. Doch mit der Umsetzung des Grünordnungsplanes gibt es kein Vorankommen. Die Krux: Die Begrünung an den Rückwänden des Lidl-Marktes ist laut Pollinger die Sache des Eigentümers. Der bisherige ist jahrelang nicht tätig geworden. Mit dem neuen laufen derzeit Gespräche. "Dieser hat eine deutliche Bereitschaft signalisiert, das Gelände aufzuwerten", heißt es in der Beschlussvorlage.

Da die Stadt allerdings die Sache voranbringen will, hat die Verwaltung dem Planungsausschuss einen Vorschlag unterbreitet. Auf den Wänden sollen Efeu (das war ohnehin vorgesehen) und Transparente angebracht werden, auf denen historische Ansichten und Informationen über die Geschichte des Tonwarenfabrikgeländes zu sehen sein sollen. Manfred Schüller (SPD) forderte allerdings, dass der "Grünordnungsplan eins zu eins umgesetzt wird". Auch die anderen Ausschussmitglieder forderten unisono, diesen Plan einzuhalten. Schüller könne sich zwar grundsätzlich mit der Idee anfreunden, dass Transparente angebracht werden. Zahlen müsse es aber der Eigentümer. Kurt Mieschala sprach gar von einem "Rumgeeiere" und kritisierte das jahrelange entgegenkommen an den ehemaligen Eigentümer. Seiner Meinung nach müsse sich das Rechtsamt der Sache annehmen.

Ein weiterer Vorschlag der Verwaltung betraf den Kreisverkehr am TWF-Gelände, der mittlerweile im Besitz der Stadt ist. Drei gemauerte Schornsteine sollen dort entstehen. Wegen "zahlreicher künstlerischer Ansätze" plane die Stadt einen Ideen-Wettbewerb. Marion Juniec-Möller (Die Grünen) warf ein: "Ich weiß nicht, wie groß die Begeisterung ist, wieder Steine aufeinander zu türmen. Steine und Beton gibt es dort (am TWF-Gelände, Anm. d. Red.) schon genug." Auch Mieschala fand die Idee "schlecht".

Andreas Wopperer (CSU) stellte einen "Mittelweg" zur Diskussion. Die Erinnerung an die Tonwarenfabrik, die immerhin 150 Jahre Teil der Stadt war, sei ein guter Vorschlag. Allerdings sollte die Gestaltung ausschließlich über einen Ideen-Wettbewerb ermittelt werden. Dem stimmen letztlich die Ausschussmitglieder zu. Außerdem wird nach einstimmigen Votum mit dem neuen Besitzer des Lidl-Gebäudes Rücksprache wegen der Gestaltung der Rückwände gehalten.

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