06.05.2018 - 20:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Unterbezirksparteitag der SPD: Ziele im Talk-Show-Format

Die SPD will sich wieder darauf besinnen, wofür sie eigentlich da sei - für die kleinen Leute. Mit diesem Tenor endet der Unterbezirksparteitag. Als "Motivationsdoping für die Kandidaten" bezeichnet ihn die Vorsitzende und Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder.

von Externer BeitragProfil

Schwandorf/Runding. (kh) Als politischer "Vollprofi" brachte sich MdB Marianne Schieder gleich ihr eigenes, mobiles Rednerpult mit. Vielleicht hatte sie auch nicht so ganz auf die perfekte Organisation vertraut. Aber beruhigt konnte sie feststellen, dass im Brauereigasthof Kopp in Runding (Landkreis Cham) alles bestens. Schließlich war man ja auch im Elternhaus des Chamer Landtagskandidaten der Sozialdemokraten, Franz Kopp. Nachdem sie als amtierende Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Schwandorf/Cham auf ihre freimütige Art die Delegierten begrüßt hatte, wurde sie sachlich. In Berlin beginne die Politikarbeit wieder zu laufen. Erste Gesetzesinitiativen seien schon weit fortgeschritten. Aber in Bayern wehe, den jüngsten Umfragen zufolge, der SPD "der Wind ins Gesicht". Gerade deshalb rief sie die Delegierten eindringlich auf, diese "Boum" - weil junge und dynamische Kandidaten - mit aller Kraft in ihrem Wahlkampf zu unterstützen. Schließlich müsse man die Wähler daran erinnern, welche Errungenschaften - vom Frauenwahlrecht bis zum Mindestlohn - der SPD zu verdanken sind.

"Nicht der CSU überlassen"

In diese Kerbe schlug auch der scheidende Landtagsabgeordnete Franz Schindler. Man dürfe das Jubiläum "100 Jahre Freistaat Bayern" nicht allein der CSU überlassen. Schließlich war Kurt Eisner der Gründer, ein Sozi. Die CSU war damals ja gar nicht dabei. Er kritisierte das neue Bayerische Polizeiaufgabengesetz. Es vergifte die Atmosphäre. Und - als Bezugsfall - verändere es sogar die gesamte Sicherheitsarchitektur Deutschlands.

Im Regensburger Gürtel

Unter der Leitung von Marianne Schieder erfolgten verschiedene Wahlen für Parteigremien. Bis sich dann die einzelnen Kandidaten vorstellten. Dafür hatte Schieder, anstelle klassischer Referate, ein Talk-Show-Format vorgesehen. Die Kandidaten nahmen zu einzelnen Themen Stellung. Franz Kopp, der 2013 wegen der Initiative für einen Mindestlohn in die SPD eingetreten war, hatte bereits bei der Bürgermeisterwahl 2014 bemerkenswerten Erfolg. Seit 2017 ist er Vorsitzender des Kreisverbandes Cham.

Seine politischen Schwerpunkte für den Wahlkreis Cham beschreibt er so: Vordergründig herrsche in Bayern ein Boom. Der sich aber vor allem auf die Ballungsräume konzentriere. Für den Landkreis Cham bedeutet dies, dass der westliche Teil schon zum "Regensburger Speckgürtel" gezählt werde, was sich wirtschaftlich recht positiv auswirke. Anders ist es hingegen im östlicheren Teil des Landkreises. Leerstände bei Geschäftsflächen ebenso wie bei Wohnungen zeigen, dass diese Bereiche deutlich zurückhängen.

Ähnlich stehe es um die medizinische Versorgung. Was die Grundversorgung übersteigt, orientiere sich nach Regensburg. Deutliche Folge sei somit, dass "das Land hinten runter falle". Nachdem der Schwandorfer Wahlkreiskandidat Peter Wein seine Schwerpunkte geschildert hatte, regte Schieder wechselseitige Wahlkampftermine beider Kandidaten im anderen Wahlkreis an.

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