07.11.2017 - 20:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Verbilligte oder kostenlose Windelsäcke: Landkreis Schwandorf lässt Konzept erarbeiten Tüte statt Tonne

Die Einführung einer "Pflegetonne" ist vom Tisch. Stattdessen will der Landkreis Familien mit kleinen Kindern oder inkontinenten Angehörigen anderweitig unter die Arme greifen: Im Raum stehen sogenannte "Windelsäcke", die bei den Kommunen verbilligt oder kostenlos abgeholt werden könnten. Der Ausschuss für Kreisentwicklung, Umweltschutz und Touristik lässt ein entsprechendes Konzept erarbeiten und wird dann darüber entscheiden.

Wer Windeln kaufen muss, hat oftmals das Problem, dass die Mülltonne schnell voll ist. Der Landkreis will diesen Personen nun helfen und prüft, ob er Windelsäcke verbilligt oder kostenlos abgibt. Bild: Tietz
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Wer kleine Kinder oder Menschen mit Inkontinenz zu versorgen hat, kennt das Problem: Die Mülltonne reicht oftmals nicht mehr aus. Die CSU setzte sich deshalb dafür ein, diesen Personen durch verbilligte oder kostenlose zusätzliche Müllsäcke zu helfen. Bislang kann man zwar Abfälle in zusätzlichen Säcken neben die volle Restmülltonne stellen. Diese Tüten sind jedoch amtlich gekennzeichnet und kosten vier Euro. Eine andere Variante wäre es, eine größere Restmülltonne anzumelden. Doch das wäre wohl noch teurer.

Der Ausschuss für Kreisentwicklung, Umweltschutz und Touristik befasste sich bereits im Juli mit diesem Thema. Bei der Sitzung brachte Rudolf Sommer (Bündnis 90/Die Grünen) eine weitere Alternative ins Gespräch: eine "Pflegetonne". Dieses Modell praktiziert zum Beispiel die Gemeinde Pullach bei München. Dieser Behälter, in dem ausschließlich Windeln landen dürfen, ist wesentlich billiger als eine Restmülltonne. Allerdings: Der Landkreis Schwandorf ist deutlich größer als die Gemeinde Pullach, was einen höheren Verwaltungsaufwand nach sich ziehen würde.

Auf diesen Punkt ging auch Landrat Thomas Ebeling (CSU) ein, als das Thema am Montag im Ausschuss für Kreisentwicklung, Umweltschutz und Touristik wieder aufs Tableau kam. Der Landrat war der Ansicht, dass die "Pflegetonne" ein zwar interessanter Ansatz sei, der aber im Landkreis Schwandorf nicht unbedingt zu übernehmen sei. Deshalb sollte sich das Gremium vielleicht eher mit Windelsäcken als mit Tonnen beschäftigen. Rudi Sommer, der diese Variante ins Spiel gebracht hatte, wollte seine Idee nicht so einfach begraben sehen: "Mit einer Tonne hätte man es gut gemacht", sprach er sich für diese Variante aus.

Ebeling erinnerte an den Grundgedanken der Idee mit den Windelsäcken: An der praktischen Abwicklung ändere sich nichts. Im Mittelpunkt der Überlegung sei die Kostenfrage gestanden, sprich: ob die bislang fälligen Kosten für zusätzliche Müllsäcke reduziert oder abgeschafft werden können. Maria Baumer (CSU) pflichtete bei: "Uns ist es darum gegangen, den Familien entgegenzugehen." "Der Aufwand für die Tonnen steht in keinem Verhältnis zum Nutzen", bezog Bernhard Krebs für die SPD-Fraktion Standpunkt. Die Sozialdemokraten kündigten an, einer Windelsack-Lösung zuzustimmen.

Der Ausschuss hatte zunächst über die von Sommer vorgeschlagene "Pflegetonne" abzustimmen. Diese lehnte das Gremium mit großer Mehrheit - nur Sommer stimmte dafür - ab. Einstimmig beschloss der Ausschuss dann, die Verwaltung zu beauftragen, ein Konzept zu erarbeiten, die Windelsäcke verbilligt oder kostenlos abzugeben. In einer der nächsten Sitzungen wird dann eine endgültige Entscheidung fallen.

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