22.02.2017 - 17:28 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Viele Investitionen an den Schulen 25 Millionen Euro für Bildung

Fast jeder Euro, den der Landkreis in diesem Jahr für den Hochbau ausgibt, fließt in die Schulen: Rund 7,7 Millionen Euro - 92 Prozent der Mittel für oberirdische Maßnahmen - sind für die Bildungseinrichtungen eingeplant. Den Großteil dieses Geldes verschlingen zwei Maßnahmen in Schwandorf und Nabburg.

Die Fortsetzung der Sanierung des Trakts II der Naabtal-Realschule in Nabburg (im Vordergrund) ist eine der größten Maßnahmen des Landkreises im Schulbereich in diesem Jahr. Bild: Völkl
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

"Seit Jahren investieren wir Rekordsummen in unsere Schulgebäude, vermeiden zum fünften Mal in Folge eine Nettoneuverschuldung und senken zum dritten Mal nacheinander den Hebesatz zur Kreisumlage", betonte Kreiskämmerer Michael Neckermann, als er bei der Sitzung des Ausschusses für Schulen, Sport und Kultur den Haushalt für den Schulbereich in diesem Jahr vorstellte. Bei der Sitzung des Gremiums am Johann-Michael-Fischer-Gymnasium in Burglengenfeld legte der Kreiskassenwart dar, dass der Gesamtetat von 22,9 Millionen Euro im Vorjahr auf 25,3 Millionen Euro ansteigen wird. Für den laufenden Betrieb sind 16,4 Millionen Euro (+0,9 Millionen Euro im Vergleich zur 2015), eingeplant. Der Vermögenshaushalt - er steht auch für Investitionen zur Verfügung - umfasst 8,9 Millionen Euro (+1,5 Millionen).

Zwei Großbaustellen

Der Löwenanteil der Investitionen fließt in zwei Maßnahmen in Schwandorf und Nabburg. Die größte Baumaßnahme in der Geschichte des Landkreises - die Sanierung und Erweiterung des Beruflichen Schulzentrums in Schwandorf - schlägt in diesem Jahr mit 3,2 Millionen Euro zu Buche. Für die Modernisierung des Trakts II der Naabtal-Realschule in Nabburg sind heuer 2,2 Millionen Euro vorgesehen.

Seit Jahren steigen auch die laufenden Kosten für den Schulbetrieb, wohingegen die Schülerzahlen kontinuierlich sinken (Bericht folgt). Für diesen Kostenanstieg führte Kreiskämmerer Neckermann vor allem den höheren Bauunterhalt, die gestiegenen Energieausgaben, die Gastschulbeiträge und die Ausgaben für die Schülerbeförderung als Gründe an.

Kosten steigen stetig

Letztgenannter Punkt ist auch die größte Ausgabeposition im Schulhaushalt - und das, obwohl auch die Zahl der Fahrschüler stetig abnimmt. Allerdings steigen die Beförderungskosten laut Neckermann nahezu jedes Jahr an. Der Freistaat übernimmt zwar einen Teil, doch diese Summe deckt im Landesdurchschnitt laut Neckermann nur etwa 60 Prozent der Kosten. Der Landkreis Schwandorf - hier beträgt der Deckungsgrad etwa 62 Prozent - muss demzufolge etwa 1,65 Millionen Euro aus der eigenen Tasche zahlen.

Neckermanns Fazit: "Unsere Schullandschaft ist gut aufgestellt: Hier wurden Entwicklungen nicht verschlafen, sondern angegangen." Einstimmig nahm der Ausschuss Kenntnis von den vorgestellten Zahlen und empfahl dem Kreistag, die Mittel im Haushaltsplan für dieses Jahr einzuplanen.

Investitionen
an acht Schulen

Der größte Anteil der Investitionen des Landkreises in die Schulen fließt in diesem Jahr nach Schwandorf und Nabburg. Der Kreis gibt aber auch an den anderen Standorten seiner Bildungseinrichtungen Geld aus. Nachfolgend eine Übersicht über die einzelnen Baumaßnahmen an den Schulen, die sich auf insgesamt rund 7,7 Millionen Euro summieren:
Schwandorf:
Berufliches Schulzentrum: Erweiterung, Ersatzneubau und Umbau Hauptbau (3,2 Millionen Euro).
Nabburg:
Realschule: Sanierung und Modernisierung Trakt II (2,2 Millionen Euro).
Gymnasium: Neubau eines Aufzugs (260 000 Euro) sowie Brandschutz, Brandmeldeanlage und Umbau Physik (130 000 Euro).
Burglengenfeld:
Realschule: Modernisierung im Bestand (700 000 Euro).
Gymnasium: Erneuerung Fenster (250 000 Euro), Neubau eines Aufzugs (190 000 Euro), neue Niederspannungs-Hauptverteilung (80 000 Euro) und Dachsanierung Trakt II (50 000 Euro).
Neunburg vorm Wald:
Realschule: Umbau Lehrerzimmer (80 000 Euro).
Berufsschule: Brandmeldeanlage und Parkplätze (310 000 Euro).
Nittenau:
Gymnasium: Erneuerung Fenster (230 000 Euro).

Unsere Schullandschaft ist gut aufgestellt: Hier wurden Entwicklungen nicht verschlafen, sondern angegangen.Kreiskämmerer Michael Neckermann

Zustimmung aus den Fraktionen

Der Landkreis könne aufgrund der Vielzahl seiner Bildungseinrichtungen nicht mit anderen Kreisen in der Oberpfalz verglichen werden, sagte Jakob Scharf (CSU) in seiner Wortmeldung zum Haushalt. Trotz sinkender Zahlen werde der Aufwand für die Schulen nicht geringer, fuhr der Redner fort. "Das ist aber sinnvoll ausgegebenes Geld", machte Scharf klar. Armin Schärtl (SPD) erinnerte in seiner Stellungnahme an eine mustergültige und weitsichtige Schulpolitik, die der Landkreis und die früheren Altlandkreise betrieben hätten. Der demografische Wandel schlage aber auch im Landkreis durch. "Die Talsohle ist noch nicht durchschritten", prognostizierte Schärtl. Josef Fischer (FW) unterstrich: "Wir können für weniger Schüler mehr Geld ausgeben - ohne dass wir neue Schulden machen". Die Weichen seien richtig gestellt worden, fuhr er fort und gab zu bedenken: "Ich weiß nicht, wie das aussehen würde, wenn wir noch drei bis fünf Millionen Euro Krankenhausdefizit zu tragen hätten. (tib)

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