07.03.2018 - 20:00 Uhr
Schwandorf

Vodafone plant Lückenschlüsse - Runder Tisch mit MdB Karl Holmeier Noch Löcher im Handy-Netz

Schwandorf/Neubäu am See. Den Planungsstand des Mobilfunkausbaus in den Landkreisen Schwandorf und Cham besprach ein Vertreter des Mobilfunkanbieters Vodafone mit den betroffenen Gemeinden. Gemeinsam mit den Mitanbietern Telekom und Telefonica plant die Regierung, den im Koalitionsvertrag festgelegten, flächendeckenden Ausbau der Mobilfunkversorgung in den beiden bayerischen Landkreisen. In diesem Zusammenhang betonte Bundestagsabgeordneter Karl Holmeier, der zu der Veranstaltung nach Neubäu am See (Landkreis Cham) eingeladen hatte, die garantierte Erfüllung der Ausbauverpflichtung aus dem Jahr 2015 bis 31. Dezember 2019.

Der Bundestagsabgeordnete Karl Holmeier (Mitte) hatte Vodafone- und Kommunalvertreter an einem Tisch versammelt. Bild: Heigl
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Das hieße konkret: Die drei Mobilfunknetzbetreiber müssen für die Bevölkerung eine Übertragungsrate von 50 Megabit pro Sekunde je Antennensektor sicherstellen. Dabei sollen die besprochenen Gebiete zu 97 Prozent mit einer LTE-Technik beziehungsweise einem 4G-Netz (kürzere Ladezeit und schnellere Übertragung) erschlossen werden. Auch wenn der Schnitt für Bayern bei diesem Prozentsatz läge, seien für Schwandorf und Cham 95 bis 96 Prozent Versorgung realistisch, korrigierte Christian Schilling von Vodafone. Grund dafür sei vor allem die topographische Beschaffenheit der Regionen. Wälder, Hügel oder Gebäude schränkten die Reichweite einer Funkzelle erheblich ein. Und "von den beiden Ersten gibt es in der Oberpfalz und der Alpenregion eben jede Menge", urteilte Schilling.

Der Mobilfunkvertreter macht kein Hehl daraus, dass für den Betreiber natürlich der wirtschaftliche Nutzen mit im Vordergrund steht: "Wenn sich für uns der Ausbau in einem 1000 Seelen-Dorf nicht rentiert, müssen schon sogenannte Sonderziele wie hohes gewerbliches oder touristisches Aufkommen greifen, damit ein Ausbau erfolgt."

Eine Möglichkeit, die vor allem kleinere Kommunen beim Schließen der Netzlücken in Betracht ziehen sollten, ist die Versorgungsförderung. Dabei ist bis zu 80 Prozent Unterstützung erlaubt, die restlichen 20 Prozent müssen von der Gebietskörperschaft getragen werden. Diese erfolgt eben durch die Vermietung an die Mobilfunkbetreiber. MdB Holmeier beschwichtigt die Runde, nicht allzu kritisch zu sein. Schließlich stelle die momentane Planung nur einen Zwischenschritt dar: "Da ist noch Einiges an Bewegung drin." Im Landkreis Schwandorf sei der Anschluss in Zeinried nahe der B 22 bereits in Betrieb, vier weitere Anschlüsse seien in Planung. Bis zum Sommer 2018 sollen die endgültigen Standorte für die beiden Landkreise feststehen, bis dahin werden noch weitere Gebiete von Vodafone, Telekom und Telefonica erschlossen. Eine Deckungsgleichheit der Betreiber in allen Orten sei unwahrscheinlich.

Die Verhandlungen mit der tschechischen Bundesnetzagentur, um eine Lösung für die Versorgung der Grenzgebiete zu erlangen, würden auf Hochtouren laufen, bestätigte Schilling. Weitere Veranstaltungen mit den Betreibern Telekom und Telefonica sind für Herbst geplant.

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