20.09.2017 - 15:48 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Werkausschuss: Debatte über Wasserräder Walz: "Eindruck erbärmlich"

Die Bilanzen der Städtischen Wasser- und Fernwärmeversorgung für das Jahr 2016 sind blendend. Dennoch gab's Ärger am Dienstag im Werkausschuss. Thema: Die Wasserräder.

Die Wasserräder an der Naabuferstraße stehen seit langem still. "Sie rotten vor sich hin", kritisierte nicht nur Stadtrat Alfred Braun (SPD) im Werkausschuss am Dienstag. Bild: Hösamer
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Werkleiter Walter Zurek hatte beinahe nur gute Nachrichten. Die Wasserversorgung hat im vergangenen Jahr mit 213 500 Euro einen etwas höheren Überschuss erzielt als veranschlagt, das kommt über die Gebührenkalkulation den Verbrauchern zugute. Der kalte Winter spülte gute Erträge in die Kasse der Fernwärme, der Gewinn nach Steuern lag 2016 bei knapp 510 000 Euro, deutlich höher als die kalkulierten 270 000 Euro.

Ausdrückliches Lob

Das aktuelle Jahr läuft wie geplant, auch wenn die ein oder andere Investition, wie der Ausbau der Fernwärme-Auskopplung, mit 450 000 Euro deutlich teurer wird als geplant. Der Gesamtgewinn 2016 der Wasser- und Fernwärmeversorgung (SWFS) lag bei rund 730 000 Euro. Für die Arbeit der Werkleitung und des SWFS-Teams gab's ausdrückliches Lob aus dem Ausschuss und von Oberbürgermeister Andreas Feller.

Die dritte Sparte, "Einspeisen von Energie" - sie betrifft nur die Wasserräder - machte im Jahr 2016 Verlust und wird deshalb knapp 35 000 Euro aus der Stadtkasse bekommen. Auch für dieses Jahr sind keine Umsatzerlöse oder Investitionen geplant. Hier hakte SPD-Sprecher Alfred Braun (SPD) ein. Seit mindestens eineinhalb Jahren, so Braun, seien die Wasserräder stillgelegt. "Sie werden ja nicht besser, wen sie vor sich hin verrotten". Die Räder gehören für Braun zum Stadtbild, "wir wollen sie ja alle erhalten." Es sei an der Zeit "zu Potte zu kommen", sagte Braun. Zurek verwies auf das schwebende Wasserrechtsverfahren. Immer noch sei ungeklärt, wer für welchen Teil der Naab zum Unterhalt verpflichtet sei und ob für die Räder überhaupt eine Betriebserlaubnis bestehe.

Erst Rechte klären

Die SWFS könne nicht mit einer Sanierung beginnen, ohne dass die Rechte geklärt sind. Mittlerweile liege die Angelegenheit bei der Regierung. Lothar Walz (FW) stört vor allem der Zustand der Naab. "Das stinkt doch zum Himmel", sagte er, es müsse doch möglich sein, den Fluss von den Verschlammungen zu reinigen. "Der Eindruck ist doch erbärmlich". "Das nehmen wir auch so wahr", sagte OB Feller, solange die Stadt aber auf die Entscheidung von "höheren Stellen" warten müsse, seien ihr die Hände gebunden.

"Das läuft jetzt seit Jahren", echauffierte sich Max Schuierer (SPD). Der Ausschuss werde nicht entsprechend informiert. Man könne den Eindruck gewinnen, die Sanierung der Räder werde so lange hinausgezögert, bis sie komplett kaputt sind. Außerdem habe es seinen Informationen nach sogar Bewerber gegeben, die an einer Sanierung und dem Betrieb Interesse gehabt hätten. "Davon hören wir nichts," sagte Schuierer. Diese Vorwürfe nannte OB Feller "völlig haltlos". Alfred Braun forderte, dass der Stadtrat in seiner Sitzung am Montag zum Sachstand bezüglich der Wasserräder informiert wird. Das sagte der OB zu.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.