16.03.2017 - 12:24 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Werkausschuss in Schwandorf Satte Gewinne der Fernwärme

Die Fernwärme brachte dem städtische Eigenunternehmen im vergangenen satte Renditen. Auch die Bilanz Wasserversorgung weist einen Überschuss aus. Nur die Wasserräder am Hubmannwöhrl stehen weiter still.

Alle Räder stehen still, wenn das Wasserrecht es will: Die Wasserräder an der Naabuferstraße sind ein Wahrzeichen der Stadt. Weil die juristische Situation immer noch nicht geklärt ist, sind auch für dieses Jahr keine Investitionen geplant. Das heißt, die Räder werden nicht repariert und rotten weiter vor sich hin. Archivild: Götz
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Die Fraktionssprecher Hans Hottner (CSU) und Alfred Braun (SPD) waren sich am Dienstag im Werkausschuss einig: Die Fernwärme sei eine super Sache, habe sich zu einem ansehnlichen Unternehmen entwickelt, das auch einiges an Steuern in die Stadtkasse spült. Werkleiter Walter Zurek hatte die vorläufigen Zahlen für 2016 vorgelegt.

Azubi einstellen

Kühles Wetter und steigende Kundenzahl heizten das Fernwärmegeschäft 2016 an. Bei Umsatzerlösen von rund 3,42 Millionen Euro rechnet Zurek mit einem Gewinn von rund 680 000 Euro. Das geplante Darlehen von 500 000 Euro soll nicht aufgenommen werden, stattdessen werden die Schulden um etwa die gleiche Summe sinken. Rund 1,75 Millionen Euro hat die Fernwärme im vergangenen Jahr investiert, vornehmlich ins Leitungsnetz und die Erweiterung der Auskopplung im Müllkraftwerk.

Die Kunden können sich freuen: Wegen des sinkenden Fernwärme-Index wird auch der Preis zum 1. April fallen: Um 2,06 Euro je Megawattstunde. Für einen durchschnittlichen Haushalt bedeute das eine Entlastung um etwa 50 Euro im Jahr, so Zurek. Hottner und Braun bestätigten dem Werkleiter und seinem Team gute Arbeit. Der Ausschuss empfahl auch den Wirtschaftsplan 2017 dem Stadtrat zum Beschluss. Er sieht bei rund 2,7 Millionen Euro Umsatz einen Gewinn von rund 280 000 Euro vor. Die geplanten Investitionen sollen 1,7 Millionen Euro betragen. Das Unternehmen wird sich um rund 140 000 Euro entschulden und etwa die gleiche Summe an Steuern bezahlen. Auf Antrag von Hans Hottner (CSU) empfahl das Gremium dem Stadtrat, für dieses Jahr die Einstellung eines Auszubildenden vorzusehen.

Die Wasserversorgung schloss das Jahr 2016 nach vorläufigen Zahlen mit einem Überschuss von rund 274 000 Euro ab, rund 70 000 Euro Steuern werden davon noch fällig. Mit 3,53 Millionen Euro hat die Wasserversorgung knapp 440 000 Euro mehr Umsatzerlöse erzielt als geplant. Rund 1,43 Millionen Euro wurden investiert. Auf den Wasserpreis hat der Überschuss vorerst keine Auswirkungen, weil die Kosten für den Verbraucher über mehrere Jahre kalkuliert werden. Für das Jahr 2017 wird mit einem Wasserbedarf von 1,63 Millionen Kubikmetern gerechnet - das sind mehr als 600 Freibad-Schwimmbecken voll Wasser. Bei einem Umsatz von 3,2 Millionen Euro würde das einen Überschuss von 190 000 Euro bedeuten. Die größten Investitionen (Gesamt: 2,25 Millionen Euro) werden für Netzerweiterungen und neue Baugebiete fällig.

Wasserrechte klären

Ein Schattendasein führt die dritte Sparte des Eigenbetriebs: Erzeugung elektrischer Energie. Dazu gehören die Wasserräder. Investitionen sind laut Wirtschaftsplan in diesem Jahr nicht geplant. Die Schwandorfer Wahrzeichen stehen also weiter still. Max Schuierer (SPD) fragte nach dem Sachstand. Zurek erinnerte daran, dass erst die Wasserrechte geklärt werden müssten, das habe die SPD auch so beantragt. Vorher werde es keine technischen Planungen geben. Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) ergänzte, dass er in Kürze einen weiteren Termin mit dem Wasserwirtschaftsamt habe. "Im Hintergrund wird schon daran gearbeitet", sagte OB Feller.

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