15.12.2016 - 16:32 Uhr
SchwandorfOberpfalz

ZMS beschließt Haushalt 25 Millionen an Investitionen

Dämmstoffe, die mit dem Flammschutzmittel HBCD versetzt sind, stellen die Entsorger vor Probleme. Sie dürfen nur noch unter bestimmten Voraussetzungen angenommen werden. Das gilt auch für den Zweckverband Müllverwertung Schwandorf, ZMS.

In der neuen Leitwarte wird das Müllkraftwerk gesteuert. Fünf Jahre hat die Planung und Umstellung auf die neue Technik gedauert. Nun ist sie abgeschlossen. Bild: hfz
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Die Umsetzung einer EU-Vorschrift sorgte dafür, dass HBCD bearbeitete Dämmstoffe - etwa Styropor oder Polystyrol- als "gefährlicher Stoff" eingestuft wurden. Damit war es vielen Müllkraftwerken nicht mehr erlaubt, das Material, das vor allem beim Rückbau von Gebäudeisolierungen anfällt, anzunehmen. Das teilte der Verbandsvorsitzende, Landrat Thomas Ebeling, am Mittwoch in der Verbandsversammlung des ZMS mit.

Mittlerweile gibt es eine Kehrtwende in der Vorschriften. Stoffgemische, die auf Baustellen anfallen und maximal einen halben Kubikmeter des Materials je Gewichtstonne enthalten, werden nicht mehr als "gefährlich" eingestuft. Das gleiche gilt für Material aus privaten Haushalten. Reine Chargen aus den belasteten Stoffen müssen weiter speziell entsorgt werden. Die Abfälle sind nicht überlassungspflichtig, in der Entsorgungs-Verantwortung stehen die Betriebe, bei denen das Material anfällt.

Der Zweckverband will im kommenden Jahr Investitionen von rund 25 Millionen Euro anstoßen oder fortführen. Das wird aus der Haushaltsplanung des ZMS deutlich, die Kämmerer Markus Decker der Verbandsversammlung vorlegte. Die Entsorgungsentgelte für Haus- und Gewerbemüll dürften unverändert bleiben (wir berichteten). Die Betriebskosten für das Kraftwerk werden demnach bei etwa 20,3 Millionen Euro liegen, rund 1,3 Millionen mehr als 2016. In diesen Kosten sind Ausgaben für die Instandhaltung von 16,3 Millionen Euro enthalten. Der Personalplan weist 200,5 Stellen für Tarifbeschäftigte aus, dazu kommen fünf Beamte. Der ZMS bietet 24 Ausbildungsstellen.

Zu Beginn der Sitzung erhoben sich die Verbandsräte zum Gedenken an Alois Böhm. Der ehemalige Kämmerer des ZMS war am 22. August verstorben. Ebeling würdigte die Leistungen Böhms. (Seite 7)

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