ZTKS beschließt Haushalt für kommendes Jahr
„Thermisch“ bleibt im Namen

Verbandsvorsitzender Andreas Feller, Geschäftsführer Thomas Knoll (von rechts) und Kämmerer Markus Decker (Zweiter von links) stellten die Pläne des ZTKS für das kommende Jahr vor. Bild: Hösamer
Politik
Schwandorf
21.12.2016
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Über neun Millionen Euro will der Zweckverband thermische Klärschlammverwertung Schwandorf (ZTKS) im kommenden Jahr investieren. Das Geld fließt in die Trocknungsanlage. Zunächst steht aber das Genehmigungsverfahren an, hieß es nach der Verbandsversammlung im ZMS-Saal.

/Amberg-Sulzba. (ch) Die Unterlagen sollen in den nächsten Tagen beim Landratsamt eingereicht werden, bestätigte Geschäftsführer Thomas Knoll. Das aufwendige Verfahren wird seiner Einschätzung nach bis Mitte kommenden Jahres dauern, dann kann der Bau beginnen. Nahe der Otto-Hahn-Straße beim Müllkraftwerk in Schwandorf wird eine Trocknungsanlage für bis zu 50 000 Tonnen Klärschlamm entstehen, die mit Abwärme aus dem Müllkraftwerk betrieben wird. Der Schlamm kommt aus dem Verbandsgebiet, das neben dem Landkreis Schwandorf auch Nachbarkommunen wie die Städte Regensburg und Amberg umfasst.

Lieferung per Lkw

Der getrocknete Schlamm soll im Zementwerk Burglengenfeld verbrannt werden. Die Anlieferung erfolgt mit Lkw. Sie werden den Standort nur über die Otto-Hahn-Straße anfahren, betonte der Verbandsvorsitzende, Schwandorfs Oberbürgermeister Andreas Feller.

Antrag auf Änderung

Verbandsrat und Bürgermeister Karl Bley (Nittenau) hatte beantragt, den ZTKS umzubenennen. Statt "thermisch" sollte es im Namen "technisch" heißen - auch, um klarzustellen, dass die Verbrennung des getrockneten Schlamms nicht der einzig gangbare Entsorgungsweg ist. Die Verbrennung stehe in der Kritik, weil dadurch beispielsweise Phosphat nicht mehr für die Düngung verfügbar sei. Genau diese Verbrennung dürfte aber zur gesetzlichen Vorschrift werden, erläuterte der Verbandsvorsitzende. Für die Namensänderung stimmten außer Bley nur die Verbandsräte Richard Tischler (Pfreimd), Armin Schärtl (Nabburg) und Alfred Wolfsteiner (Schwarzhofen). Es bleibt also bei "thermisch".

Eine Übergangsfrist

Feller erläuterte, dass der Bundesgesetzgeber nach einer Übergangsfrist auf Monoverbrennungsanlagen für getrockneten Schlamm setzen will, an denen dann aus der Asche auch das Phosphat zurückgewonnen werden kann. Die entsprechende Verordnung dürfte im kommenden Jahr beschlossen werden.

Die Verbandsversammlung im Sitzungssaal des ZMS-Verwaltungsgebäudes beschloss am Dienstag zudem den Haushalt des ZTKS für 2017. Er sieht laut Kämmerer Markus Decker Investitionen von rund 9,1 Millionen Euro vor.

Das entspricht knapp der Hälfte der kalkulierten Kosten der Trocknungsanlage, die laut Knoll bei 18,7 Millionen Euro liegen. Investitionsumlagen für die Mitglieder werden nicht fällig, die Anlage wird kreditfinanziert. Die Kosten werden dann auf den angelieferten Klärschlamm umgelegt. Wer viel anliefert, wird damit einen dementsprechend höheren Anteil an der Trocknungsanlage und den weiteren Betriebskosten tragen.
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