24.09.2017 - 23:46 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Zweitstimmen: AfD kräftig im Plus

Schwandorf/Cham. Der erste Blick trügt. Im Internet wird zur Bundestagswahl immer eine Landkarte veröffentlicht, in der die Stimmbezirke eingefärbt sind. Je nachdem, welche Partei die meisten Zweitstimmen holte. 2013 und 2017 ergibt sich dasselbe Bild: Bis auf einen roten Fleck ist alles schwarz. Die CSU sicherte sich in 71 von 72 Kommunen im Wahlkreis Schwandorf, der auch den Landkreis Cham umfasst, die meisten Zweitstimmen. Lediglich die Gemeinde Stadlern gewannen die Christsozialen nicht. Die SPD kam hier auf 33,58 Prozent (5,29 Prozentpunkte weniger als 2013). Auch die CSU verschlechterte sich von 38,06 auf 25,46 Prozent. Die AfD brachte es hingegen auf satte 23,25 Prozent (ein Plus von 20,82 Prozentpunkten). Der Trend, dass die AfD kräftig zulegte, zieht sich durch fast alle Kommunen. Insgesamt kam die Partei im Wahlkreis auf 17,37 Prozent, ist zweitstärkste Partei und liegt damit sogar über dem bundesweiten Ergebnis. Die CSU ist kräftig abgewatscht worden und rutschte von 54,69 auf 41,43 Prozent ab. Die SPD verlor 3,17 Prozentpunkte und ist mit 16.20 Prozent (2013 waren es 19,37) nur mehr drittstärkste Kraft.

von Christopher Dotzler Kontakt Profil

In Karl Holmeiers Heimatgemeinde Weiding stürzte die CSU gewaltig ab. Waren es vor vier Jahren noch 61,35 Prozent, kam die Partei dieses Mal nur noch auf 40,28 Prozent. Dafür schaffte die AfD satte 22,73 Prozent. In Wernberg-Köblitz, dem Heimatort der SPD-Direktkandidatin Marianne Schieder, blieb die SPD stabil bei 21,07 Prozent (2013: 21,64). Hingegen verlor die CSU 9,54 Prozentpunkte und kam auf 46,76 Prozent. Die Stimmen wanderten fast komplett zur AfD (plus 9,13 Prozentpunkte auf 11,38 Prozent).

Auch in Schwandorf verloren CSU und SPD etliche Zweitstimmen. Die Christsozialen büßten 11,22 Prozentpunkte ein und kamen auf 36,98 Prozent. Die Sozialdemokraten verloren 7,25 Prozentpunkte und landeten bei 20 Prozent. Die AfD holte 15,16 Prozentpunkte mehr und kam auf ein ähnliches Ergebnis (19,10 Prozent) wie die SPD. Die Wähler in Nabburg folgten dem Trend und straften CSU (minus 10,10 Prozentpunkte) und SPD (minus 5,08 Prozentpunkte) ab, während die AfD um 10,14 Punkte zulegte.

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