17.11.2017 - 20:20 Uhr
SchwandorfSport

Als Richter am Fuß des Fuji

Was im Fußball ein Fifa-Schiedsrichter ist, ist Landrat Thomas Ebeling im Agility-Sport: Er wird bei großen internationalen Wettkämpfen eingesetzt. Dabei bewertet er, wie gut die Hunde den Parcours bewältigt haben. Als Leistungsrichter ist Ebeling weltweit gefragt - auch 9200 Kilometer Luftlinie von Schwandorf entfernt.

Die Wettkampfanlage stand am Fuße des berühmten Fuji, einem Wahrzeichen von Japan. Hier fungierte Landrat Thomas Ebeling bei einem Agility-Wettbewerb als Leistungsrichter im Parcours. Bilder: exb (2)
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Schwandorf/Tokio. Nicht nur als Landrat hat Thomas Ebeling einen vollen Terminkalender, auch als Wettkampfrichter ist der 42-Jährige in den vergangenen Wochen während seines Urlaubs im Einsatz: Zunächst finden Anfang November die Schweizer Meisterschaften statt. Dann folgt eine Premiere in Ebelings Karriere als Agility-Richter: In Japan stehen Hundesport-Wettkämpfe sowie ein von ihm geleitetes Seminar auf dem Programm des langjährigen Leistungsrichters, der in seiner aktiven Zeit im Agility-Sport selber zahlreiche Erfolge feiern konnte. Das Wettkampfgelände befindet sich direkt am Ufer des Yamanakako-Sees am Fuße des weltbekannten Vulkans Fuji auf Japans Hauptinsel Honshu. Die Hauptstadt Tokio liegt etwa 130 Kilometer östlich davon.

Abreise am Donnerstag, Ankunft am Freitag, Wettkämpfe und Seminar von Samstag bis Montag, Rückflug am Mittwoch: Der Zeitplan für Ebelings ersten Besuch im Land der aufgehenden Sonne ist eng gesteckt. Der Kontakt nach Japan kommt durch einen von dort stammenden Leistungsrichter zustande, mit dem Ebeling zusammen auf einem Wettkampf tätig war und der seinen Kollegen aus Deutschland dann in seiner Heimat empfohlen hatte.

Zwischen vier und zehn Richter-Einsätze auf dem Agility-Parcours absolviert der 42-Jährige im Jahr - "wenn es sich zeitlich mit dem Job des Landrats vereinbaren lässt". Vier Wettkämpfe sind allerdings das absolute Minimum, um seinen Status als "Fifa-Schiedsrichter des Hundesports" nicht zu verlieren. "Aber wenn man in seinem Urlaub nach Japan fliegen darf, ist das ja nicht schlecht", sagt Ebeling in einem Telefonat mit unserer Zeitung. Als Leistungsrichter muss Ebeling im Parcours darauf achten, wie sich der Hund dort schlägt. Unterschieden wird zwischen Fehlern und Verweigerungen. Ein Fehler wäre zum Beispiel der Abwurf einer Stange an einem Hindernis, als Verweigerung wird unter anderem gewertet, wenn der Hund nicht durch einen vorgesehenen Tunnel läuft. Beides gibt Fehlerpunkte, die sich neben der Zeit, die das Tier für den Parcours braucht, auf die Platzierung auswirken. Der Leistungsrichter ist außerdem dafür verantwortlich, der Leistungsklasse der Tiere entsprechend die Strecke selber zu entwerfen und aufzubauen. Seit Freitag ist der Urlaub vorbei, hat Ebeling das Landrats-Büro wieder. Sein nächster Einsatz ist aber bereits terminiert. Diesmal geht es allerdings nicht so weit weg: Im Januar ist Ebeling als Richter bei einem Wettkampf in Luxemburg.

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