16.08.2014 - 00:00 Uhr
SchwandorfSport

Lorena Schmid will Deutsche Meisterin im Halbfliegengewicht der Boxerinnen werden Eisenfaust und süßes Lächeln

Diese junge Dame hat einen eisernen Willen. Schon mit acht Jahren wusste Lorena Schmid, dass sportlich für sie nur das Boxen in Frage kommt - auch wenn die Mama sie lieber im Ballettunterricht gesehen hätte. Aber Lorena ließ sich schon damals nicht beirren. Zwischenzeitlich ist die Schwandorferin auf einem guten Weg, Deutsche Meisterin im Halbfliegengewicht zu werden.

Die Kampfszene stammt aus diesem Jahr, als Lorena Schmid (links) in Bautzen gegen Lokalmatadorin Denise Wölfer antrat. Die Gegnerin boxte im Gewicht bis 56 Kilogramm, während Lorena Schmid in der Klasse bis 48 Kilogramm zu Hause war. "Das war mit den Trainern abgesprochen," erläuterte die Schwandorferin. Und auch wenn sie leichter war - sie hat dennoch gewonnen. Bilder: hfz (3)
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Um sich ganz auf die bevorstehenden Kämpfe in Weißenburg konzentrieren zu können, hat sich die 17-Jährige sogar vorübergehend aus Facebook abgemeldet. Nichts soll sie ablenken. Wenn es nach Lorena Schmid geht, klettert sie auch 2016 in Rio de Janeiro in den Ring - bei den Olympischen Spielen.

Im Sportgymnasium

Die junge Fronbergerin besucht seit 2013 das Chemnitzer Sportgymnasium. "Ich bin hierhergekommen, um intensiver zu trainieren", berichtet Lorena Schmid. "Ich fühle mich wohl hier", versichert sie und muss schmunzeln, wenn sie an ihre Mutter denkt. "Sie meinte, Boxen wäre kein Sport für Mädchen und hat mir Turnen, Schwimmen oder Reiten vorgeschlagen". Mit dem Papa war's leichter: "Denn der braucht jetzt keine Angst mehr um mich zu haben."

Der Weg im Boxsport, den Lorena bislang zurückgelegt hat, führte über mehrere Stationen. Schon als sie neun Jahre alt war, wollte sie boxen, "und ich habe nicht locker gelassen und herausgefunden, dass es einen Boxclub in der Nähe gibt und dann bin ich einfach mal hingegangen". Das war die Schwandorfer "Boxgalaxy".

Sie hat dann mehrfach den Verein gewechselt, "weil ich mich mit den Trainern nicht mehr verstanden habe oder sie unzuverlässig waren", wie sie kürzlich einer sächsischen Zeitung verriet. Einmal habe ein Trainer den Tod seiner Mutter als Grund genannt, warum er nicht in die Sporthalle kommen konnte. "Die Mutter ist dann aber dreimal hintereinander gestorben", bemerkte Lorena Schmid, und ihre neuen Vereinsgefährtinnen hätten sich über diese Episode fast kaputt gelacht.

Zwischenzeitlich ist die 17-Jährige Landesmeisterin von Sachsen. Mit ihren 48 Kilogramm wird sie bei den bevorstehenden Deutschen Meisterschaften im Halbfliegengewicht antreten, wo die Konkurrenz groß und schlagkräftig ist. "Aber mir sagt man auch nach, dass ich einen harten Schlag habe", ist Lorena ganz zuversichtlich. Überhaupt weiß die junge Frau, "man soll vor keinem Gegner Angst haben, denn die kochen auch nur mit Wasser - aber Respekt haben ist normal".

Ziel: Sportsoldatin

Und wie geht es weiter? "Ich habe jetzt noch drei Jahre Schule; ich mache das Abitur mit Schulzeitdehnung, da ich so mehr Zeit für den Sport habe." Die Streckung wird Kaderathleten genehmigt, die gut in der Schule und im Sport sind. "Nach dem Abitur will ich zur Bundeswehr als Sportsoldatin und dann eventuell noch Psychologie nebenbei studieren."

Dem Energiebündel mit der Eisenfaust und dem eisernen Willen ist zu gönnen, dass sie diesen Weg erfolgreich geht.

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