19.10.2017 - 20:10 Uhr
SchwandorfOberpfalz

37-Jähriger wegen Unfallflucht angeklagt Eisernes Schweigen vor dem Richter

Die einen sagten, es sei ein dumpfer Knall gewesen. Andere vernahmen lautes Knattern. Auf der Autobahn A 6 streifte ein Lkw-Gespann einen von Arbeitern aufgestellten Warnanhänger. 8000 Euro Schaden. Doch der Chauffeur setzte seine Fahrt fort.

Symbolbild: Daniel Reinhardt/dpa
von Autor HWOProfil

Schwandorf/Wernberg-Köblitz. Es gab in der Vergangenheit etliche solcher Vorfälle. Manchmal mit Toten und Verletzten. Auf der A 6 unweit des Rastplatzes Wittschau (Markt Wernberg-Köblitz) blieb es am 21. November letzten Jahres bei hohem Sachschaden. Ein 37-Jähriger kam aus Richtung Waidhaus mit seinem gelben Lkw-Gespann, erkannte einen von drei auf der rechten Fahrspur aufgestellten Warn-Anhängern der Autobahnmeisterei zu spät und touchierte den Hänger. Ein lauter Knall war vernehmbar, Trümmer flogen.

Die vor Ort an einer Brücke zu Überprüfungsmaßnahmen eingesetzten Arbeiter kamen mit dem Schrecken davon. Sie sahen, wie der Unfallverursacher sein Gespann auf den Standstreifen zog und dann seine Tour in Richtung Autobahnkreuz Wernberg-Köblitz fortsetzte. Nicht lange danach leitete die Verkehrspolizei Amberg eine Fahndung ein. Weil das Kennzeichen des Anhängers bekannt war, wurde das Gespann bei Langwasser im Raum Nürnberg gestoppt. Unfallspuren waren deutlich erkennbar. Der Fahrer sagte nichts. Er schwieg auch jetzt, als der Schwandorfer Richter Thomas Heydn wegen Unfallflucht gegen ihn verhandelte. Das kam wohl nicht von ungefähr: In einem von ihm angefochtenen Strafbefehl hatte man dem Berufskraftfahrer zuvor zehn Monate Führerscheinentzug gegeben.

Im Sitzungssaal wurde hart gerungen. Und das, obwohl eigentlich unstrittig war, dass es sich bei dem knallgelben Lastwagengespann um das verursachende Fahrzeug handelte. Weil der Fahrer keinerlei Fragen beantworten mochte und eisern schwieg, brach Richter Heydn den Prozess ab. Nun soll ein Kfz-Sachverständiger eine Antwort darauf geben, ob der 37-Jährige den Anprall akustisch wahrnehmen konnte.

Damit steht fest: Alle Zeugen, die großteils von einem laut hörbaren Knall gesprochen hatten, müssen noch einmal kommen, wenn die Expertise des Gutachters vorliegt. Als Faktum gilt: An der Arbeitsstelle der Autobahnmeisterei Vohenstrauß waren drei Warn-Anhänger aufgefahren. In den letzten von ihnen krachte das gelbe Lkw-Gespann.

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